Werbesystem  —  Wischer.

ausgeführt,  auf  der  sich  bei  ihrem  Beginn
die  Mittelpferde  befanden.

Werbespstem,  s.  Großbritannien,
Niederlande,  Schweden.

Werder  =  Gewehr,  s.  Handfeuerwaffen
  (S.  180).

Werfen  nannie  man  früher  das  Schießen
  aus  Haubiven  und  Mörsern  und  diese
darum  Wurfgeschütze;  die  Bezeichnung
Schießen  fand  nur  auf  Kanonen  Anwendung.
  Ein  Schuß  aus  Mörsern  und
Haubitzen  hieß  dem  entsprechend  ein  Wurf,
der  nach  dem  Geschoß,  Bomben-,  Granat-,
  Leuchtkugel-,  Brandbom--ben=
  2c.  Wurf  genannt  wurde.  Die
Schußweite  hieß  Wurfweite,  und  die
Schußtafeln  dieser  Geschütze  hießen
Wurftafeln.  In  Österreich  heißt  das
Schießen  mit  kleinen  Ladungen  noch
heute  -W.=  und  die  betreffenden  Kartuschen
  Wurfpatronen.

Werft  (Schiffswerft),  Bauplatz  für
Schiffe,  auf  welchem  sowohl  Schiffe  neu
gebaut,  wie  fertige  Schiffe  ausgebessert
und  zum  Inseegehen  ausgerüstet  werden.
Zum  Betrieb  der  W.  gehören  daher  die
Bau=  und  die  Ausrüstungsabteilung,
  zu  ersterer  die  Hellinge,  Docks,
Maschinen=  und  Kesselwerkstätten,  Schiffszimmerei,
  Bootsbauerei,  Takelschuppen  2c.,
zu  letzterer  die  Artilleric-,  Materialienund
  Inventarienmagazine  2c.  Die  W.  steht
unter  Leitung  eines  Oberwerftdirektors,
  jede  der  technischen  Abteilungen
unter  einem  Direktor  (Ausrüstungs-,  Artillerie-,
  Schiffbau-,  Hafenbau-,  Verwaltungsdirektor).
  Für  die  Arbeiten  sind
Handwerfer  angenommen;  nebenbei  beeht

  noch  ein  Mannschaftsstamm,  das
Werftarbeiterkorps.  Neben  diesem
Werftpersonal  besteht  noch  die  Werftdivision,
  welche  sich  in  die  Maschinisten=
  und  die  Handwerkerabteilung
  gliedert.  Sie  gehören  nicht  zum
Werftpersonal,  sondern  bilden  den  Stamm,
aus  welchem  das  Maschinisten=  u.  Handwerkerpersonal
  für  die  in  Dienst  zu  stellenden
  Schiffe  entnommen  wird,  und  in  welche
dieses  Personal  auch  bei  der  Außerdienststellung
  von  Schiffen  von  diesen  zurücktritt.

Werndl-Gewehr,  s.  Handfeuerwaffen
  (S.  184).

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Widder,  im  Mittelalter  ein  meist  unter
einem  Schirmdach  oder  im  Ebenhöch
(l.  b.)  ausgehängter  Stoßbalken,  der,  vorn
mit  Eisen  beschlagen,  zum  Einsioßen  von
Mauern  diente.

Widderschiff,  s.  Kriegsschiff.

Widerlager,  die  den  Gewölben  zur
Stütze  dienenden  Mauern,  s.  Kasematten.


Widerftandslinie,  kürzeste,  ist  die
kürzeste  Entfernung  von  der  Ladung  einer
Mine  (s.  d.)  bis  zur  Erdoberfläche.

Winchester-Gewehr  (spr.  wintsch#-),  s.
Handfeuerwaffen  (S.  185).

Windanker,  s.  Brücken.

Windschirme  sollen  in  Biwaks  einen
notdirstigen  Schutz  gegen  Wind  und  Wetterschlag
  bieten.  Sie  werden  in  der  Weise
hergestellt,  daß  man  1—1,5m  lange  Pfähle
am  Kopfende  der  bagerstee  eneigt  in  die
Erde  schlägt,  mit  Stroh,  Heu,  Schilf,
Strauch  2c.  durchflicht  und  bedeckt.  Die
Größe  der  W.  richtet  sich  nach  der  Anzahl
Leute,  die  Schutz  dahinter  finden  sollen.

Winkelgeschwindigkeit,  s.  Rotation.

Wischer,  zum  Reinigen  der  Rohre,  namentlich
  von  den  beim  Schießen  sich  bildenden
  Rückständen,  dienendes  Geschützzubehörstück.
  Der  W.  besteht  im  allgemeinen
  aus  einer  geraden  Stange  von
Holz  (daher  Stangenwischer),  die  an
einem  Ende  den  Wischkolben,  für  glatte
Geschütze  am  andern  Ende  den  Ausatzkolben
  trägt.  Der  Wischkolben  ist  eine
chlindrische  Bürste,  die  früher  ausschließlich
  aus  Schweinsborsten  hergestellt  wurde.
Weil  diese  aber  in  dem  zum  Reinigen
der  Seele  gezogener  Geschütze  dienenden
Seifenwasser  zersetzt  werden,  so  sind  für
diese  Geschütze  W.  eingeführt,  bei  denen
statt  der  Borsten  Piassava  und  Kokosfaser
im  Verhältnis  von  7:4  zur  Verwendung
kommen.  Nur  als  Fettwischer  zum
Einölen  der  Seele  können  Borstenwischer
  verwendet  werden.  Die  W.  werden
nach  dem  Geschütz  benannt,  zu  dem  sie
gehören.  In  Kasematten  bediente  man
sich  für  die  glatten  Kanonen  des  beschränkten
  Raums  wegen  der  Gelenkwischer,
deren  Stange  aus  zwei  oder  mehreren  durch
Gelenkbänder  verbundenen  Teilen  bestand.
Bei  Hinterladungsgeschützen  sind  sie  nicht