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Absägen,  Ausbohren  der  Satzsäule  stets
mit  geringem  Erfolg  angewendet.  Die
Z.  wurden  anfänglich  vor  dem  Abfeuern
mit  der  Lunte  entzündet;  erst  seit  Anfang
des  18.  Jahrh.  wurde  es  allgemein,  den  Z.
durch  die  Geschützladung  entzünden  zu
lassen.  Die  unsichere  Zündung  wie  die  un-Kleiche
  Brennzeit  der  Z.  führte  zur  Erfindung
  solcher  Z.,  die  im  Flug  nicht  brannten,
ondern  erst  beim  Ausschlag  des  Geschosses
in  Wirksamkeit  traten  (Z.  auf  »Fall  und
Knall-),  zuerst  1596  von  Hälle,  1649  von
Simienowich  konstruiert.  Bei  den  Shrapnels
  (s.  d.)wurden  die  verschiedenen  Brennzeiten
  durch  verschieden  lange  Z.,  deren  Anbohren
  weitere  Abstufungen  ergab,  erhalten.
  Sie  wurden  erst  im  Gebrauchsfall
der  beabsichtigten  Schußweite  entsprechend
ausgewählt  und  in  das  Geschoß  eingesetzt.
Solche  Shrapnelzünder  waren  bei  den
preußischen  glatten  Feldgeschützen  im  Gebrauch,
  wurden  aber  bei  den  kurzen  12  cm
Kanonen  (Granatkanonen,  s.  d.durchden
Bartschschen  Z.  ersetzt.  Er  bestand  aus
einer  messingnen  eylindrischen,  voll  Satz
gepreßten  Zünderröhre,  in  welche  in
einer  Spirallinie  neun  Tempierlöcher  gebohrt
  waren,  so  daß  die  Brennzeit  bis  zu
jedem  der  Löcher  einer  bestimmten  Schußweite
  entsprach.  Die  Zünderröhre  steckte
in  einer  in  das  Geschoß  eingeschraubten
Hülse,  in  welche  ein  in  seiner  Länge  dem
senkrechten  Abstand  des  obersten  vom  untersten
  Loch  in  der  Zünderröhre  entsprechender
  Schlitz  eingeschnitten  war.  Durch
Drehen  der  Zünderröhre  konnte  ein  Tem:
pierloch  auf  den  Schlitz  eingestellt  und  so
der  Z.  tempiert  werden.  Sobald  der  Z.
bis  zum  Tempierloch  gebrannt  war,  schlug
das  Feuer  durch  den  Schlitz  zur  Sprengadung.



¾  Perkussionszünder.

Bei  der  Einführung  der  gezogenen
Geschütze  mit  gepreßter  Erschchtccrung
mußte  ein  neues  Zündersystem  geschaffen
werden,  da  bei  der  Aufhebung  des  Spielraums
  Brennzünder  in  der  Geschoßspitze
nicht  entzündet  werden  konnten  und  Versuche
  mit  Zündern  im  Geschoßboden  un-Mn#i
  ausfielen.  Mit  dem  vom  preußichen
  General  v.  Neumann  erfundenen
und  1859  eingeführten  Perkussionszün=Zünder

  (Perkussionszünder).

der  beginnt  eine  neue  Epoche  des  Zünderwesens.
  Die  dem  Z.  zu  Grunde  liegende
  Idee  ist  die:  im  Mundloch  der  Granate
  liegt  ein  Nabelbolzen.  ganz  lose,  so
daß  er  in  dem  Augenblick,  in  dem  das  Geschoß
  in  seinem  Flug  eine  plötliche  Verlangsamung
  erleidet,  ungehindert,  dem
Beharrungsvermögen  folgend,  nach  vorwärts
  fliegt;  hierbei  trifft  die  Nadel  in  ein
Zündhütchen,  welches  durch  den  Anstich  entzündet
  wird  und  durchseinen  durchden  Kanal
  des  Nadelbolzens  hindurchschlagenden
Puerstahl  die  Sprengladung  entzündet.
as  Verhalten  dieses  Jins  ließ  erkennen,
  daß  im  Augenblick  der  Explosion  der
Geschützladung  das  Geschoß  einen  Stoßerhält,
  eine  kurze  Bewegung  ausführt,  dann
einen  Moment  ruht  und  nun  erst  seinen
Flug  beginnt.  Jener  Augenblick  der  Ruhe
boch  dem  ersten  Stoß  genügt,  den  Z.  in
Wieksamken  treten,  d.  h.  den  Nadelbolzen
vorwärts  schnellen  zu  lassen.  Dies  zu  verhindern,
  wurde  ein  Vorstecker  durch  die
Geschoßspitze  gesteckt,  der,  quer  vor  dem
Nadelbolzen  liegend,  dessen  unzeitiges  Vorschnellen
  verhindert.  Da  er  aber  ganz  lose
im  Geschoß  sitzt,  so  wird  er,  sobald  dieses
das  Rohr  verlassen  hat,  durch  die  Rotation
berauegeschleudert,  wodurch  der  Z.  wirkungsfähig
  wird.  Zum  3.  gehört  eine
Bolzenkapsel,  welche  in  das  Mundloch
  eingetrieben  wird;  sie  gibt  dem  Nadelbolzen
  Führung  und  verschließt  der
Sprengladung  den  Autin  in  den  Z.;  in
das  Mundloch  wird  eine  Mundlochschraube
  und  in  diese  erst  am  Geschütz,
kurz  vor  dem  Einsetzen  des  Geschosses
in  dasselbe,  die  Zündschraube  (s.  d.)
eingeschraubt,  nachdem  vorher  noch  der
Vorstecker  eingesetzt  worden.  Diese  vielen
für  sich  bestehenden  Teile,  die  nicht  genügend
  cherr  Führungdes  Nadelbolzens  und
der  nicht  ganz  transportsichere  Abschluß
der  Sprengladung  durch  Lockern  der  Bolzenkapsel,
  das  fahrlässige  und  nachteilige
Erfordernis  eines  losen  Vorsteckers  und
endlich  die  Notwendigkeit,  erst  im  Gebrauchsmoment
  das  Geschoß  schußfertig
machen  zu  müssen,  haben  schon  zur  Einführung
  des  Feldgranatzünders  C/73
geführt,  bei  welchem  der  Nadelbolzen  in
einer  fest  abgeschlossenen  Bolzenkapsel  sitzt,