Zünder  (Ringzünder,  Shrapnelzünder).

die  durch  die  Zündschraube  fest  an  die
Mundlochschraube  gezogen  wird,  so  daß
der  Nadelbolzen  eine  sichere  Führung  hat.
Es  blieben  aber  der  lose  Vorstecker  und  die
am  Geschütz  einzusetzende  Zündschraube,
so  daß  auch  dieser  Z.  den  jetzigen  Ansorde-Frungen
  nicht  entspricht.  Es  muß  ein  Fertigzünder
  verlangt  werden,  der,  in  das

schoß  eingesetzt,  dieses  schußfertig  macht.
Solche  Z.  sind  in  Österreich  und  Frankreich
  im  Gebrauch.  Die  in  der  deutschen
Artillerie  seit  Jahren  schwebenden  Versuche
  mit  solchen  Zündern  sind  jetzt  Herbst
1880)  noch  sicht  abgeschlossen.  Bei  dem
österreichischen  Zündersystem  Kreutz  liegt
auf  dem  Nadelbolzen  eine  Kapsel,  deren
aufgebogene  h“*  einen  Hohlcylinder
tragen,  der  sich  oben  gegen  die  Mundlochschraubelegt
  und  so  Nadelbolzen  und  Zündschraube
  auseinander  hält.  Durch  den
Stoß,  den  das  Geschoß  beim  Abfeuern  erhält,
  biegt  der  Hohlcylinder  die  Federn  der
Kapsel  zurück,  streift  sich  über  den  Nadelbolzen
  und  fliegt  mit  diesem  vereint  beim
Geschoßaufschlag  vorwärts.  Das  französische
  System  Budin  ist  im  Prinzip  dasselbe,
  nur  seine  Ausführung  anders.  Das
Bleibende  in  diesem  Zündersystem  ist  die
Grundidee  des  Erfinders:  den  Z.  in  dem
Augenblick  in  Wirksamkeit  treten  zulassen,
in  dem  das  Geschoß  das  Ziel  tustt,  worauf
  sich  auch  sein  Name  Perkussions-,
Fall=  oder  Aufschlagzünder  bezieht.

Ningljänder,  Shrapnelzünder.

So  vortrefflich  der  Perkussionszünder
für  Granaten,  ister  doch  für  Shrapnels  aus
Hinterladungsgeschützen  nicht  verwendbar,
  weil  dieselben  kurz  vor  dem  Ziel  an
einem  bestimmten  Punkt  krepieren  sollen.
In  genialer  Weise  wurde  die  so  gestellte
Aufgabe  1861  durchden  preußischen  Hauptmann
  Richter  gelöst,  indem  er  einen
Ringzünder  mit  einem  Perkussionszünder
vereinigte  und  jenen  durch  diesen  entzünden
  ließ.  1835  wurde  durch  Bormann
der  erste  Ringzünder,  d.  h.  ein  Z.,  dessen
  eingsssrmige  Satzsäule  in  einen  flachen
Zünder  örper  eingepreßt  war,  konstruiert;

reithaupt  verbesserte  ihn  1854,  indem
er  den  Satzring  in  ein  drehbares  Satzstück
preßte,  welches  durch  Einstellung  auf  ein
zur  Sprengladung  führendes  Brandloch

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den  Z.  tempierte.  Der  Z.  mußte  durch
das  Feuer  der  Geschützladung  entzündet
werden.  Bei  dem  1864  in  Preußen  für
die  Festungs=  und  Belagerungsgeschütze
eingeführten  Richter  schen  Zeitzünder
liegt  in  dem  Satz  ück  ein  Pillenbolzen
aus  sprödem  Weißgußmetall,  der  seine
Führung  auf  der  mit  dem  Satzstück  gemeinsanen
  Führungsspindel  hat,  seitwärts
  unter  die  Zündpille  eingelagert  ist
und  auf  zwei  Armen  in  Lagern  des  Satzstücks
  rubt.  Beim  Stoß,  den  das  Shrapnel
beim  Abfeuern  erhält,  brechen  die  Arme
ab;  bei  der  nun  eintretenden  Rückwärtsbewegung
  des  Pillenbolzens  trifft  die
Zündpille  auf  eine  im  Satstück  stehende
Nadel,  entzündet  sich  und  teilt  ihr  Feuer
dem  Satzring  mit;  in  dem  Augenblick,  in
dem  das  Feer  des  Satzrings  bei  einem
durch  den  Zünderteller  und  dessen  Schraubenschaftmündenden
  Brandloch  ankommt,
wird  die  Schlagladung  in  demselben  und
durch  diese  die  Sprenßladung  entzündet.
Um  das  unzeitige  Abbrechen  der  Arme
(Brecher)  am  Pillenbolzen  zu  verhüten,
ruht  derselbe  auf  einem  Vorstecker,  der  erst
vor  dem  Einsetzen  des  Shrapnels  in  das
Geschütz  herausgerissen  werden  muß.  Die
Führungsspindel  endet  oben  in  ein  Gewinde
  für  eine  Stellmmter  zum  Festhalten
des  Satzstücks  in  seiner  Einstellung.  Der
Vorstecker  wie  die  seitliche  Stellung  der  Nadel
  und  Zündpille  waren  Nachteile  dieses
Zünders,  die  ihn  für  den  Feldgebrauch  un-Feeignet
  machten.  Nach  den  Ideen  des  Majors
  Himpe  konstruierte  der  Hauptmann
Lancelle  den  Feldshropnelzünder
□70  mit  centraler  e  spindel,  auf  deren
Boden  die  Zündnadel  steht.  Bei  diesem
wird  beim  Gebrauch  di  Bolzenschraube,
welche  den  auf  zwei  Brechern  ruhenden
Pillenbolzen  trägt,  in  den  Z.  eingeschraubt,
die  Brecher  werden  beim  Schuß  abgebrochen,
worauf  der  Pillenbolzen  zurückfliegt  und
auf  der  Nadel  die  Zündpille  entzündet,  die
ihr  Feuer  auf  den  Satzring  überträgt.  Auch
dieser  Z.  ist  also  kein  Fertigzünder.  Der
Richtersche  Zeitzün  der  hat  für  alle
Kaliber  die  gleiche  Konstruktion,  das  Satzstück
  hat  dem  entsprechend  eine  Einteilung
nach  Sekunden  Brennzeit.  Beim  Schießen
muß  man  daher  aus  der  Schußtafel  dic