382  Zündhütchen
Flugzeit  für  die  betressende  Entfernung
entnehmen.  Weil  dies  für  den  Feldgebrauch
u  zeitraubend  ist,  hat  man  den  Feldshrabnelündern
  statt  der  Sekundeneine

  Meterskala  gegeben.  Leichte  und  Sch

schwere  Feldshrapnels  haben  nur  einen
Z.,  welcher  eine  Einteilung  von

2400  m,  von  50  zu  50  m  trägt:  der  Richtersche
  Zeitzünder  brennt  10  Sekunden
und  ist  in  Achtelsekunden  eingeteilt.  Für
die  15  cm  Ringkanone  und  die  schwere
12  cm  Kanone  ist  ein  -Shrapnelzünder
mit  zwei  Satzstücken  C/72.  eingefäert  bei
welchem  zwei  Satzstücke  übereinander  liegen;
  das  obere,  zuerst  entzündet,  überträgt
sein  Feuer  auf  das  untere,  beide  brennen
  zusammen  18  Sek.,  welcher  Zeitraum
einer  Entfernung  von  4400  m  entspricht.
Im  übrigen  ist  dieser  Z.,  wie  der  Feldshrapnelzünder
  C/73,  auch  ganz  aus  Messing
  gefertigt.  Die  österreichischen  Feldgeschütze
  M/75  haben,  wie  für  die  Granaten,
so  auch  für  Shrapnels  einen  Fertigzünder.

Elektrische  Känder.

Zur  Entzündung  mehrerer  Minen,
Torpedos,  zur  gleichzeitigen  Sprengung
an  mehreren  Punkten  oder  zum  gleichzeitigen
  Abfenern  mehrerer  nach  einem  Punkt
gerichteten  Geschütze  bedient  man  sich  elektrischer
  Z.  oder  Schlagröhren.  Es
sind  gegenwärtig  zwei  Systeme  im  Gebrauch.
  Die  Ingenieurbehörden  verwenden
  zur  Stromerzeugung  eine  magnetoelektrische
  Rotationsmaschinevon
Siemens.  Als  Z.  dient  ein  Holzkörper,
der  die  eigentliche  Zündpatrone  umschließt
und  in  den  die  beiden  Leitungsdrähte  gesteckt
  werden,  die  mit  in  die  Zündpatrone
reichenden  Kupferdrähten  in  Berührung
stehen,  zwischen  deren  Spitzen  eine  kleine
Menge  leicht  entzündlichen  Satzes  aus
chlorsaurem  Kali,  Halbschwefelkupfer  und
Halbphosphorkupfer  gelagert  ist.  Der  elektrische
  Strom  geht  dann,  indem  er  an  den
Spitzen  der  Kupferdrähte  als  Funke  überspringt,
  durch  den  Zündsatz  und  entzündet
diesen.  Er  teilt  sein  Feuer  einer  Schlagladung
  mit,  welche  sodanndie  eigentliche  Zündungbewirkt.
  In  der  deutschen  Marine  verwendet
  man  den  galvanischen  Strom.
Die  Enden  der  in  einem  elektrischen  Glühzünder
  secckenden  Leitungsdrähte  sind

—  Zündloch.

durch  einen  feinen  Platindraht  verbunden
und  in  einem  kleinen  Behälter  von  einem
möglichstempfindlichen  Zündsatz  umlagert,
der  im  wesentlichen  aus  Knallquecksilber  u.
ießbaumwolle  besteht.  An  diesen  Zündsatz
  schließt  sich  wieder  eine  Schlagladung
zur  Übertragung  des  Feuers  auf  die  zur
Explosion  zu  bringende  Sprengladung.

Zündhütchen  sind  Metallkavseln,  deren
Boden  mit  Zündsatzbedecktist,  welcher  durch
Schlag  oder  Anstich  zur  Explosion  gebracht
wird,  und  dessen  Grundbestandteil  Knallquecksilberist.
  Das  bei  den  Perkussionswaffen
  (Pistolen)  zur  Verwendung  kommende
  Z.  ist  aus  Kupferblech  gestanzt;  der
auf  dem  Boden  liegende  Satz  aus  Knallquecksilber
  und  Mehlpulver  ist  durch  ein
dünnes  Mectallplättchen  bedeckt.  Ahnlich
sind  die  Z.  der  Zündschrauben  für  Perkuss
  ionszündergerertigt  ihre  Stichöffnung
  im  Boden  ist  durch  ein  Zinn=  oder
Kupferplättchen  bedeckt.  Die  Z.  der  Metallpatronen
  sind  Messingnäpschen  mit
cylindrischem  Mantel  u.  flachem  (früher  gewölbtem)
  Boden;  der  Zündsatz,  aus  Knallquecksilber,
  chlorsaurem  Kali,  Glaspulver,
Schwefelantimon  und  einem  Bindemittel
bestehend,  muß  einen  gewissen  Grad  von
Entzündlichkeit  besitzen,  ist  über  den  ganzen
  Boden  verteilt  und  durch  ein  Zinnplättchen
  gehalten.

Zündleilung  (Feuerleitung),  s.
Minen  Er  255).

Zündlichte  sind  fest  rollierte  Papierhülsen,
  1,5  cm  dick,  39  cm  lang,  mit
Zündlichtersatz  aus  75  Salpeter,  25
Schwefel,  85  Mehlpulver  und  7  Kolophon
vollgeschlagen,  die  brennend  selbst  unter
Wasser  nicht  auslöschen.  Sie  waren  deshalb
  vor  dem  Gebrauch  der  Friktionsschlagröhren
  zum  Abfcuern  der  Geschütze  bei
Regenwetter  unentbehrlich,  sind  aber  in
neuerer  Zeit  ganz  ausgeschieden  und  für
einzelne  Gebrauchsfälle  durch  Pillenlichte
  (s.  d.)  ersetzt.

Zündloch  in  Geschützrohren  dient
zum  Einsetzen  der  Schlagröhre  behuss  Entzündens
  der  Geschützladung.  Es  mündet
entweder  von  oben  her  in  den  Ladungsraum
  und  heißt  dann  Oberzündun
oder  in  der  Richtung  der  Seelenachse  duh

den  Keil,  die  Centralzündung.  Bei