— 391* — unten bei 26 aus dem Kühler heraustritt. Der Deckel des letzteren trägt den Trichter 7, dessen Fortsatz- rohr bis nahe auf den Boden von K reicht, so daß das durch 7 eingefüllte Kühlwasser zuerst den unteren Theil der Schlange umspült. Das warm gewordene überschüssige Wasser fließt durch das Rohr v und den übergezogenen Schlauch ab. Das obere Ende von #östeigt bis über den Deckel des Kühlers K auf und liegt unter der Kappe u, die zur vollständigen Entleerung von K dient. 2. Der Brennvorrichtung sind beigegeben: à) ein Meßglas K mit einer dem Raumgehalte von 100 Kubikcentimeter entsprechenden Marke; b) eine Bürette nebst Halter; diese trägt eine mit 10 Kubikcentimeter beginnende, von 2 zu 2 Kubikcentimeter fortschreitende Eintheilung bis zu 300 Kubikcentimeter; sie ist oben mit einem eingeschliffenen Glasstöpsel, unten mit einem Glashahne versehen; I) zwei kurze Thermo-Alkoholometer für 0 bis 30 und für 29 bis 57 Gewichtsprozent. 3. Die Probe wird vor ihrem Abtriebe mit Salz ausgeschüttelt, um etwa vorhandene aromatische Bestandtheile (Ester u. s. w.) auszuscheiden. Zu diesem Zwecke wird die Bürette senkrecht in den Halter gespannt und bis zum Theilstriche 30 Kubikcentimeter mit gewöhnlichem körnigen (nicht pulverisirten) Koch- salz gefüllt. Sodann werden mit dem Meßglase M genau 100 Kubikcentimeter des zu untersuchenden Fabrikats sorgfältig abgemessen und in die Bürette geschüttet. Das Meßglas wird nach der Entleerung mit Wasser ausgespült und letzteres gleichfalls in die Büreite gegossen; sodann wird noch so viel Wasser zugegossen, daß die Bürelte bis zum Striche 270 Kubikcentimeter gefüllt ist. Nunmehr wird die Bürette mit dem Glasstöpsel geschlossen, aus dem Halter genommen und kräftig geschüttelt. Hat sich das Salz ganz oder bis auf einen kleinen Rückstand aufgelöst, so werden kleine Mengen Salz zugesetzt und es wird damit unter sorlwährendem kräftigen Schütteln so lange fortgefahren, bis auf dem Boden der Bürette eine Schicht ungelösten Salzes in der Höhe von einigen Millimetern dauernd zurückbleibt. Anhaltendes und kräftiges Schütteln ist unbedingt erforderlich, damit eine vollständig gesätligte Salzlösung entsteht. Die Bürette wird sodann in den Halter wieder senkrecht gespannt und bleibt etwa eine Stunde lang stehen. Sind aromatische Beslandtheile in dem Fabrikate vorhanden, so sondern sie sich auf der Oberfläche schwimmend als eine ölig scheinende dünne Schicht ab. Diese Absonderung wird durch öfteres Anklopfen an die Büretkte beschleunigt, auch werden hierdurch die etwa an der Wandung haftenden Tröpschen der aromatischen Beimengungen zum Aufsteigen gebracht. Nach Ablauf der angegebenen Zeit wird die in der Bürelte enthaltene Menge der alkoholhaltigen Salzlösung durch Ablesen an der Theilung der Bürette festgestellt. Dabei ist zu beachten, daß in der etwa ausgeschiedenen öligen Schicht der aromatischen Bestandtheile Alkohol nicht enthalten ist; hat sich daher eine solche Schicht gebildet, so ist nur der darunter befindliche Theil der Flüssigkeit zu berücksichtigen, mithin die Ablesung an derjenigen Stelle vorzunehmen, an welcher sich die obere ölige Schicht von dem übrigen Inhalte der Bürette abscheidet. 4. Von der auf diese Weise bestimmten Menge der alkoholhaltigen Lösung wird durch Oeffnen des Hahnes der Bürette genau die Hälfte in den Siedekolben F der Brennvorrichtung langsam entleert. Sodann werden in diesen Kolben mit dem Meßglase noch 100 Kubikcentimeter Wasser hinzugefügt. Hierauf werden Kolben und Kühler in den Doppelträger D gehängt und durch das mittelst der Ueberwurf- schrauben und 7# sest angezogene Rohr X& mit einander verbunden. Endlich wird der Kühler mit kaltem Wasser angefüllt, bis der Ueberschuß aus v abzulaufen beginnt. Wird nun der Kolben F erhitzt, so fließt bald aus dem Kühler bei 20 eine klare Flüssigkeit in Tropfen ab, die man in dem vorher mit reinem Wasser ausgespülten und sodann völlig entleerten Meßglase 37 auffängt. Während des Abtriebs ist der obere Theil des Kühlers möglichst oft zu befühlen; sobald er sich warm anfühlt, gießt man sofort in den Trichter von neuem so lange kaltes Wasser, bis der ganze Kühler sich wieder kalt anfühlt. Auf rechtzeitige Erneuerung des Kühlwassers ist in der ersten Hälfte des Abtriebs mit besonderer Aufmerksamkeit zu achten. Zweckmäßig ist es, den Kühler, wo sich dazu Gelegenheit bietet, durch einen Gummischlauch mit der Wasserleitung in Verbindung zu setzen, so daß ihn fortwährend kalles Wasser langsam durchfließt. Der Abtrieb ist so vorsichtig zu führen, daß ein unmittelbares Uebertreten der Flüssigkeit aus dem Brennkolben durch den Kühler in das Meßglas vermieden wird. Es ist daher auch auf die Größe der Heizflamme zu achten, insbesondere empfiehlt es sich, die Flamme nur während des Anheizens nahe der Mitte des Kolbens zu hallten, dagegen, sobald das Sieden eingeleitet ist und das Abtropfen von Flüssigkeit aus dem Kühler beginnt, die Lampe so weit zur Seite zu rücken, daß die Flamme nicht nur den Boden, sondern zum Theil auch den Mantel des Kolbens bestreicht. Proben, bei denen fahrlässiger 49