16

freundschaftlichen  Gesinnungen  gegeben,  von  welchen  er  Deutschland
  gegenüber  beseelt  sei.  Er  hat  sich  überzeugen  können,  daß
diese  Gesinnungen  auf  deutscher  Seite  erwiedert  werden.  Deutschland
  und  Frankreich  dürfen  daher  aus  der  Zusammenkunft  in
Baden  eine  Beruhigung  schöpfen,  welche  diesen  beiden  großen
Völkern  in  gleicher  Weise  erwünscht  sein  mußte,  und  welche  dem
wirthschaftlichen  und  gewerblichen  Leben  beider  in  gleichem  Maße
förderlich  sein  wird.  Wenn  Deutschland  eine  so  große  Zahl
seiner  hervorragendsten  deutschen  Fürsten  bei  dieser  Zusammenkunft
  vereinigt  gesehen  hat,  so  hat  das  deutsche  Volk  darin  eine
neue  Gewähr  für  die  nationale  Richtung  der  Politik  Preußens,
welche  die  Gesammt-Interessen  Deutschlands  niemals  aus  dem  Auge
verlieren  wird,  und  gleichsam  eine  thatsächliche  Anwendung  der
Worte  empfangen,  welche  der  Regent  Preußens  am  Schlusse  des
Landtags  zu  den  versammelten  Ständen  der  Monarchie  gesprochen.
Es  wird  in  der  Einigkeit,  die  bei  der  Zusammenkunft  in  Baden
stattgefunden  hat,  die  Bürgschaft  dafür  sehen,  daß  weder  die
Politik  Preußens,  noch  die  der  übrigen  Staaten  durch  Differenzen
über  innere  Fragen,  wie  schwer  sie  wiegen  mögen,  dem  Auslande
gegenüber  beirrt  werden  kann;  und  es  wird  daran  zugleich  die
Hoffnung  knüpfen,  daß  diese  Einigkeit  und  das  gestärkte  Vertrauen
auf  Preußens  loyale  und  nationale  Politik  ihre  annähernde  und
verbindende  Kraft  auch  für  die  inneren  deutschen  Fragen  bewähren
werden.“

Der  Moniteur  enthält  über  die  Zusammenkunft  folgenden
Artikel:

Paris,  19.  Juin.

„Le  voyage  rapide  que  vient  de  faire  FEmpereur  aura,
nous  n’en  doutons  pas,  d’heureux  résultats.  II  ne  fallait
rien  moins  qdue  la  spontanéité  d’une  démarche  aussi  significative
  pour  faire  cesser  ce  concert  unanime  de  bruits  malveillans
  et  de  fausses  appréciations.  En  effet,  PEmpereur,
en  allant  expliquer  franchement  aux  souverains  réunis  à  Bade