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Die  officiellen  Zeitungen  in  den  deutschen  Mittel=  und  Klein-Staaten
  geben  im  Ganzen  dieselben  Mittheilungen,  wie  der
Preußische  Staats-Anzeiger.  Nur  heben  sie  weniger  die  unter
den  versammelten  deutschen  Fürsten  hervorgetretenen  Differenzen
in  der  inneren  Politik  hervor,  und  übergehen  oder  schwächen  die
in  der  telegraphischen  Depesche  vom  18.  Juni  enthaltene  Erklärung
des  Prinz-Regenten  von  Preußen  ab,  daß  er  fest  an  dem  Wege
halte,  welchen  er  in  Preußen  und  in  Deutschland  bisher  eingeschlagen
  habe.

V.

Es  ist  natürlich,  daß  sich,  besonders  beim  Mangel  von
officiellen  Erklärungen  und  Urkunden  über  die  Verhandlungen  in
Baden,  die  Presse  auf  das  lebhafteste  mit  Erörterungen  und  Vermuthungen
  beschäftigt,  was  auf  dem  Congresse  besprochen  und
festgestellt  worden  sei,  und  welche  Folgen  sich  an  die  Zusammenkunft
  knüpfen  werden.  Der  auf  Sicilien  und  Italien  gerichtete
Blick  der  Welt  wandte  sich  auf  den  geheimnißvollen  und  mächtigen
Mann,  der  seit  Jahren  die  öffentlichen  Angelegenheiten  Europa's
beherrscht,  und  auf  den  Prinz-Regenten  von  Preußen,  der  seines
Landes  und  Deutschlands  Hoffnung  ist,  fest  in  seinem  Willen,
treu  und  zuverlässig  in  seinem  Charakter  und  ritterlich  in  seinem
Wesen.  Wenn  Macht  der  Macht  gegenübertritt  in  Zeiten  der
Revolution  und  gewaltiger  Neugestaltungen,  wenn  sich  romanisches
  und  germanisches  Wesen  in  ihren  Spitzen  repräsentirt  begegnen,
  handelt  es  sich  um  ein  welthistorisches  Ereigniß.

Darum  stehen  die  Stimmen  allein,  welche  der  Conferenz  in
Baden  keine  oder  nur  eine  geringe  Bedeutung  beimessen.  Wäre
die  Zusammenkunft  der  Herrscher  Frankreichs  und  Preußens  selbst
nur  eine  rein  persönliche  gewesen,  um  sich  an  den  Grenzen  ihrer
Länder  zu  begrüßen  und  Versicherungen  des  persönlichen  nachbar-