IX

fortlaufend  gesammelt  worden.  Um  weitere  Unterlagen
zu  gewinnen,  erließ  der  Vorsitzende  des  Reichs-Gesundheitsrats
zu  Beginn  der  Neubearbeitung  des  Arzneibuchs  am  15.  Juli  1906
eine  Bekanntmachung,  in  der  alle  für  die  Angelegenheit  sich
interessierenden  Apotheker,  Ärzte  und  Tierärzte  ersucht  wurden,
dem  Gesundheitsamt  ihre  Wünsche  und  Vorschläge  für  die  zu
veranstaltende  fünfte  Ausgabe  bekanntzugeben  und  sich  ins—
besondere  über  die  Neuaufnahme  oder  Streichung  bestimmter
Arzneimittel  zu  äußern.  Infolge  eines  Schreibens  des  Reichs—
kanzlers  vom  24.  Juni  1907  wurde  ferner  durch  Vermittelung
der  Bundesregierungen  und  des  Statthalters  in  Elsaß-Loth—
ringen  bei  125  Besitzern  von  Stadt-  und  Landapotheken  mit
größerem  Geschäftsumfang  eine  Umfrage  des  Inhalts  gehalten,
welche  älteren  im  Arzneibuch  nicht  enthaltenen  Mittel  noch
häufig  von  den  Ärzten  verordnet  werden,  und  welche  offizinellen
Arzneimittel,  weil  veraltet,  nur  noch  selten  oder  nicht  mehr
für  die  Rezeptur  in  Betracht  kommen.  Die  bei  den  Bundes—
regierungen  eingegangenen  Äußerungen  wurden  zunächst  dort
gesichtet  und  dann  zur  Kenntnis  des  Gesundheitsamts  ge—
bracht.  Auch  die  seit  dem  Inkrafttreten  der  vierten  Ausgabe  des
Arzneibuchs  in  einer  Reihe  von  Auslandsstaaten  —  in  Belgien,
Dänemark,  Frankreich,  Italien,  Japan,  den  Niederlanden,  in
sterreich-Ungarn,  in  Schweden,  der  Schweiz,  in  Serbien,
Spanien,  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  —  veran—
stalteten  Neuausgaben  der  dort  geltenden  Arzneibücher  wurden
einer  Durchsicht  unterzogen;  ferner  wurde  geprüft,  ob

a“