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Die  kristallinische  arsenige  Säure  verflüchtigt  sich  beim
langsamen  Erhitzen  in  einem  Probierrohr  ohne  vorher  zu
schmelzen  und  gibt  ein  in  glasglänzenden  Oktaedern  oder
Tetraedern  kristallisierendes  Sublimat.  Die  amorphe  Säure
verflüchtigt  sich  in  unmittelbarer  Nähe  des  Schmelz—
punkts,  so  daß  man  ein  beginnendes  Schmelzen  wahr—
nehmen  kann.  Beim  Erhitzen  auf  Kohle  verflüchtigt  sich
arsenige  Säure  unter  Verbreitung  eines  knoblauchartigen
Geruchs.

Löslichkeit  und  Auflösungsgeschwindigkeit  in  Wasser  sind
bei  der  amorphen  arsenigen  Säure  größer  als  bei  der
kristallinischen.  Die  gesättigte  Lösung  der  amorphen  arsenigen
Säure  ist  nicht  beständig,  es  scheidet  sich  allmählich  die
weniger  lösliche,  kristallinische  arsenige  Säure  ab.  Die
kristallinische  Säure  löst  sich  sehr  langsam  in  ungefähr  65  Teilen
Wasser  von  155,  etwas  schneller  in  15  Teilen  siedendem
Wasser.  Aus  der  heiß  gesättigten  Lösung  scheidet  sich
beim  Abkühlen  die  überschüssige  Säure  nur  sehr  langsam
  ab.

Arsenige  Säure  löst  sich  klar  in  10  Teilen  Ammoniak—
flüssigkeit;  diese  Lösung  darf  nach  Zusatz  von  10  Teilen  Wasser
durch  überschüssige  Salzsäure  nicht  gelb  gefärbt  oder  gefällt
werden  (Arsensulfid).

Arsenige  Säure  muß  sich  beim  Erbitzen  ohne  Rückstand
verflüchtigen.

Gehaltsbestimmung.  10  ceim  einer  aus  0,5  L  arseniger
Säure  und  3  6  Natriumbicarbonat  in  20  cem  siedendem
Wasser  bereiteten  und  nach  dem  Erkalten  auf  100  cem  verdünnten
  Lösung  müssen  10  cem  /160-Normal-Jodlosung  entfärben,
  was  einem  Mindestgehalte  von  99  Prozent  arseniger