Bulhus  Scillae.  —  Meerzwiebel.

Die  getrockneten,  in  Streifen  geschnittenen,  mittleren,
fleischigen  Blätter  der  bald  nach  der  Blütezeit  gesammelten
Zwiebel  von  Urginea  maritima  (Linné)  Baser,  und  zwar
der  Spielart  mit  weißer  Zwiebel.

Gelblichweiße,  etwas  durchscheinende,  hornigharte,  fast
glasig  brechende,  leicht  Feuchtigkeit  anziehende  Stücke.  Sie
sind  mehrkantig,  gerade  oder  gekrümmt,  bis  5  cm  lang  und
bis  5  mm  dick.  Meerzwiebel  ist  fast  geruchlos  und  schmeckt
schleimig  und  widerlich  bitter.

Mikroskopische  Untersuchung.  Die  aus  vielseitigen
Jellen  bestehende  Epidermis  beider  Seiten  besitzt  spärliche
Spaltöffnungen.  Das  Mesophyll  besteht  hauptsächlich  aus
großen,  dünnwandigen,  vielfach  fast  kugeligen  Zellen,  von
denen  viele  Bündel  von  verschieden  großen,  bis  1000  /
langen  und  bis  20  —  dicken  Kristallnadeln  von  Calciumoxalat
in  Schleim  eingebettet  enthalten.  Durchzogen  ist  dieses  Gewebe
  von  gleichlaufenden,  kollateralen  Leitbündeln,  in  deren
Umgebung  sich  gelegentlich  kleine  Stärkekörner  finden.  Die
Gefäße  sind  überwiegend  Spiralgefäße.  Zellen  mit  verdickten
Wänden  fehlen.

Das  weiße  Pulver  ist  gekennzeichnet  durch  die  zahlreichen,
zum  Teil  noch  zu  Bündeln  vereinigten  Kristallnadeln  oder
deren  Bruchstücke,  die  Bruchstücke  der  Epidermis  und  der
Leitbündel.  Es  darf  nur  Spuren  kleiner  Stärkekörner  enthalten.


Meerzwiebel  darf  beim  Verbrennen  höchstens  5  Prozent
Rückstand  hinterlassen.