241

Fructus  Anisi.  —  Anis.

Die  reifen  Spaltfrüchte  von  Pimpinelln  anismm  %%
meist  in  ganzem  Justand,  seltener  in  die  beiden  Teilfrüchte
zerfallen.

Die  umgekehrt  biruformige  oder  breit  eiförmige,  von  der
Seite  her  deutlich  zusammengedrückte,  4  bis  5  mm  lange,
2,5  bis  3  mmm  breite,  graugrünliche,  seltener  graubräunliche
Frucht  ist  mit  angedrückten,  sehr  kurzen  Haaren  dicht  besetzt
und  mit  10  niedrigen,  etwas  helleren,  geraden  Rippen  versehen.
  Die  Fugenseite  der  Teilfrüchte  ist  fast  flach;  sie
zeigt  eine  helle  Mittellinie  und  seitlich  davon  zwei  breite,
dunkle  Sekretgänge.

Anis  riecht  kräftig  würzig  und  schmeckt  stark  würzig  und
zugleich  füß.

Beim  Befeuchten  mit  Kalilauge  und  schwachen  Erwärmen
darf  Anis  keinen  Konüingeruch  entwickeln  (Früchte  von  Conium
maculatum  Linne).

Anispulver  darf  beim  Verbrennen  höchstens  10  Prozent
Rückstand  hinterlassen.

Mikroskopische  Untersuchung.  Sehr  zahlreiche  Epidermiszellen
  der  Fruchtwand  sind  zu  meist  ein-,  selten  zweizelligen,
  kurz  papillenförmigen  oder  seltener  etwas  verlängerten,
dickwandigen,  stumpfen  Haaren  mit  eigenartig  feinwarziger
Kutikula  ausgezogen.  Die  Fruchtwand  besteht  aus  dünnwandigem
  Parenchym,  in  dem  zahlreiche,  ziemlich  unregelmäßig
gelagerte,  in  der  Größe  sehr  verschiedene  Sekretgänge  ver—
laufen,  davon  gewöhnlich  1  bis  2  sehr  kleine  unter  den  mit
schwachen  Leitbündeln  versehenen  Rippen,  je  3  bis  5  etwas
größere  unter  den  Tälchen;  auf  der  Fugenseite  jeder

(6