374

Lavendelöl  ist  eine  farblose  oder  schwach  gelbliche,  optisch
aktive  (dl  —  3“  bis  —  959)  Flüssigkeit,  riecht  eigenartig
und  sehmeckt  stark  würzig  und  schwach  bitter.

Spezifisches  Gewicht  0,882  bis  0,895.

Esterzahl  mindestens  84.

Lavendelöl  muß  sich  bei  205  in  3  Teilen  verdünntem  Weingeist
  zu  einer  klaren,  bisweilen  opalisierenden  Flüssigkeit  lösen.

Zur  Bestimmung  der  Csterzahl  wird  1  g  Lavendelöl  in
einem  Kölbchen  aus  Jenaer  Glas  mit  10  cem  weingeistiger
½-Normal-Kalilange  am  Rückflußkühler  15  Minuten  lang
unter  bisweiligem  Umschwenken  auf  dem  Wasserbad  erhitzt.
Nach  dem  Erkalten  wird  nach  Zusatz  von  1  cem  Phenolphthaleinlösung
  mit  ½-Normal-Salzsäure  zurücktitriert.  Hierzu
dürfen  höchstens  7  cem  ½-Normal.  Salzsäure  erforderlich
sein  (  ccm  ½-Normal-Kalilauge  =  0,028055  g  Kalium-=hydroryd,
  Phenolphthalein  als  Indikator).

Oleum  Lini.  —  Leinöl.

Das  durch  kaltes  Auspressen  des  Leinsamens  gewonnene
fette  Ol.

Leinöl  ist  ein  klares,  gelbes,  eigenartig  riechendes,  bei—  16
noch  flüssiges,  in  dünner  Schicht  leicht  trocknendes  Ol.

Spezifisches  Gewicht  0,930  bis  0,910.

Jodzahl  168  bis  176.  Verseifungszahl  187  bis  195.

Werden  10  Leinöl  durch  Erwärmen  mit  15  8  Kalilange
  und  3g  Weingeist  verseift,  so  muß  die  Seife  in  Wasser
und  Weingeist  klar  löslich  sein  (Mineralble,  Harzöle).

Schüttelt  man  gleiche  Teile  Leinbl  und  Kalkwasser,  so
muß  sofort  eine  haltbare  Emulsion  entstehen.