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Erwärmt  man  Salicyltalg  mit  verdünntem  Weingeist,  gießt
nach  dem  Erkalten  den  Weingeist  ab  und  versetzt  ihn  mit  1  Tropfen
Eisenchloridlöosung,  so  muß  eine  violette  Färbung  entstehen.

Secale  Ccornutum.  —  Mutterkorn.
Secale  cornutum  P.  I.

Das  auf  der  Roggenpflanze  gewachsene,  bei  gelinder
Wärme  getrocknete  Sklerotium  von  Claviceps  purpurca
(Fries)  Tulasne.

Mutterkorn  ist  schwärzlichviolett,  oft  matt  bereift,  gerade
oder  gekrümmt,  stumpf  dreikantig,  beiderseits  verjüngt,  oft
längsgefurcht,  zuweilen  querrissig,  10  bis  35  mm  lang  und
2,5  bis  5  mm  dick.  Es  schmeckt  fade.  Nach  dem  Zerkleinern
mit  heißem  Wasser  übergossen  darf  es  nur  den  ihm  eigenartigen,
  aber  keinen  ammoniakalischen  oder  ranzigen  Geruch
zeigen.  Mutterkorn  ist  spröde;  die  Querbruchfläche  ist  glatt,  am
Rande  tief  violett,  in  der  Mitte  weißlich  oder  hellrötlich-violett.

Mikroskopische  Untersuchung.  Mutterkorn  besteht
aus  einem  derbwandigen  Scheinparenchym,  gebildet  aus  kurzen,
unregelmäßigen,  auf  dem  Durchschnitt  in  Form  und  Große
ungleichen,  meist  gerundeten  oder  gerundet-eckigen  Hyphen,
die  reichlich  fettes  Ol  und  in  den  äußersten  Schichten  einen
dunkelvioletten  Farbstoff  enthalten.

Mutterkorn  ist  über  gebranntem  Kalk  zu  trocknen
und  in  gut  verschlossenen  Gefäßen  aufzubewahren.

Es  darf  nicht  länger  als  1  Jahr  aufbewahrt
und  nicht  in  gepulvertem  Zustand  vorrätig  gehalten
werden.

Vorsichtig  aufzubewahren.