Das  schlimmste  aber  war,  daß  der  Abschluß  dieser  Konvention,
  der  sich  die  Bischöfe  von  Münster,  Paderborn  und
Trier  anschlossen,  in  Rom  nur  durch  Denunzationen  bekannt
wurde,  da  der  Bericht  des  Erzbischofs  an  den  Papst  durch  den
Geheimrat  Schmedding,  einen  erklärten  Gegner  Spiegels,  in
Berlin  zurückgehalten  wurde;  !1l)  es  ist  anzunehmen,  daß  das
Ergebnis  sonst  dissimuliert  worden  wäre,  wodurch  der  nun  folgende
  Kampf  hätte  unterbleiben  können.

Zu  allem  Unglück  starb  Spiegel  schon  im  nächsten  Jahre
(was  Bunsen  veranlaßte,  dringend,  aber  vergeblich  um  seinen
Abschied  zu  bitten  112))  und  sein  Posten  wurde  auf  Wunsch
des  Kronprinzen  113)  besetzt  durch  einen  Mann,  der  in  allem
das  Gegenstück  des  Verstorbenen  war,  durch  Clemens  August
Freiherrn  von  Droste-Vischering,  eine  Wahl,  die  selbst  der  Kurie
so  überraschend  kam,  daß  Bunsen  in  Rom  von  Kardinal  Lambruschini
  die  bezeichnende  Frage  erhielt:  „Ist  Ihre  Regierung
toll?“  114)

Interessant  ist  der  in  das  Jahr  1836  fallende  Versuch  der
Kurie,  einen  Nuntius  nach  Berlin  zu  entsenden,  wie  ein  solcher
schon  seit  1785  in  München  tätig  war.  45)  Der  Versuch  scheiterte
  an  dem  Willen  des  Königs,  der  diese  Idee  für  „eine  in
jeder  Hinsicht  bedenkliche  Neuerung,  in  welcher  Form  sie  auch
stattfinde,“  hielt  und  sie  ein  für  alle  mal,  unzweideutig  und
definitiv,  abgelehnt  wissen  wollte.  116)

Droste  erklärte,  von  der  Konvention  mit  Spiegel  nichts  zu
wissen  und  die  Frage  der  gemischten  Ehen  lediglich  nach  dem
Breve  von  1830  behandeln  zu  wollen.  Zum  dritten  Male  rief
man  Bunsen  nach  Hause,  der  mit  dem  Hartnäckigen  vergeblich
konferierte.e  Nachdem  man  Droste  die  Uuvereinbarkeit  seines
Standpunktes  mit  dem  Gesetzt  fruchtlos  dargelegt  und  ihm  mit

11)  vgl.  Nippold,  Handbuch  II,  S.  682.
112)  ebenda,  683.

119)  Kissling  Bd.  I  Seite  193.

116)  Mirbt,  Geschichte,  S  90.

116)  Mirbt,  Geschichte,  8.  15.

116)  Nıppold,  a.  a.  O.  Seite  101.