die  aber  erst  dann  an  Bedeutung  gewannen,  als  Bismarck  aus  dem
Amte  schied,  womit  Schloezer  gewissermaßen  die  diplomatische
Basis  entzogen  wurde,  15%)

Durch  einen  Erlaß  vom  23,  7.  92,  von  Caprivi  unterzeichnet,
wurde  Schloezer  ganz  unerwartet  und  deshalb  so  befremdend  mitgeteilt,
  daß  man  daran  denke,  seinen  Posten  anderweit  zu  besetzen,
  worauf  er  sein  Entlassungsgesuch  einzureichen  sich  genötigt
  sah.

9.)  Sein  Nachfolger  wurde  Herr  von  Bülow,  der  den  Posten
bis  1898  verwaltete,  in  welchem  Jahre  ihn  Freiherr  von  Rothenhan
  ablöste.  1%)  Diesem  folgte  am  8.  I.  1908  Dr.  v.  Mühlberg.  5%)

Die  Tätigkeit  dieser  letzten  drei  Gesandten  war  eine  verhältnismäßig
  recht  ruhige;  nachdem  die  Wogen  des  Kulturkampfes
sich  geglättet  hatten,  ist  wieder  wie  unter  Friedrich  Wilhelm  IV
Ruhe  und  Frieden  eingekehrt.

Die  Jahre  1901/02  sahen  eine  außerordentliche  Mission  des
Reiches  in  der  Person  des  Grafen  Hertling  in  Rom,  die.  wegen
Errichtung  einer  katholischen  Falkultät  an  der  Straßburger  Universität
  verhandelte.  157)

Gelegentlich  des  Jubiläums  Leos  XIII.  (1903)  entsandte  das
Reich  eine  dreiköpfige  Abordnung,  um  dem  Jubilar  die  Glückwünsche
  der  deutschen  Regierung  zu  übermitteln.

Auch  die  gelegentlich  der  Veröffentlichung  der  Borromäus-Enzyklika
  (1910)  gepflogenen  Verhandlungen  zwischen  Rom  und
Berlin  nahmen  einen  durchaus  korrekten  und  ruhigen  Verlauf,  obgleich
  die  evangelische  Tagespresse  wegen  verschiedener  Wendungen
  in  der  Enzyklika  schärfste  Schritte  heischte.

Pius  X,  18)  Papst  seit  1903,  hatte,  sobald  er  von  dem
schlechten  Eindruck,  den  die  Enzyklika  bei  den  Nichtkatholiken

154)  Über  solche  Intrigen  vergl.  man  Caurtius  Seite  136,

155)  Mirbt,  Gesandtschaft  S.  43.

166)  Gothaischer  Hofkalender  1914,  8.  1014.

Die  weiteren  Ausführungen  des  folgenden  Absatzes  beruhen  z.  T.  auf  den
Mitteilungen  eines  guten  Kenners  des  heutigen  Roms,  nämlich  des  Herrn  Grafen
F.  L.  Voltolini,  Zürich,  dem  der  Verfasser  auch  an  dieser  Stelle  verbindlichst
dankt.

157)  vergl.  hierzu  Stntz,  S.  88,  Anm.  2  und  die  dort  angezogene  Literatur.
168)  vgl.  hierzu  de  Waal,  Papst  Pius  X.

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