Vorwort.

erufsmãßige  Beschäftigung  mit  den  Fragen  der  Weltpolitik  und
Weltwirtschaft  führte  den  Verfasser  im  letzten  Jahrfünft  vor  Ausbruch
  des  sich  immer  deutlicher  als  kaum  vermeidbar  ankündigenden
Großen  Krieges  zu  häufiger  Behandlung  wirtschaftlicher  Kriegsgründe
und  kriegswirtschaftlicher  BVorsorge.  Leitgedanken  dieser  Arbeiten  waren:

1.  daß  der  Krieg  vermeidbar  wäre,  wenn  England  und  Deutschland
lernten,  einander  nicht  lediglich  als  schärfste  Wettbewerber,  sondern  als
wertvolle  wechselseitige  Kunden  zu  betrachten;

2.  daß  Deautschland  sich  wirtschaftlich  für  den  Krieg  rüsten  müsse,
da  jede  Lücke  in  seiner  Rüstung  die  offensichtliche  Angriffelust  der  Gegner
steigere;

5.  daß  Deutschland  im  Falle  ausreichender  kriegswirtschaftlicher
Vorsorge  einen  Krieg  von  mehrjähriger  Dauer  würde  bestehen  können.

Als  der  Krieg  Deutschland  auf  wesentlichen  wirtschaftlichen  Gebicten
unvorbereitet  überraschte,  fand  Verfasser  —  beim  damaligen  Überan--gebot
  von  Kriegsfreiwilligen  als  solcher  wegen  Alters  abgelehnt  —
alsbald  im  Kriegeausschuß  der  deutschen  Industrie  Gelegenheit  zur
Beobachtung  nachträglicher  Einstellung  auf  die  Kriegswirtschaft  aus  nächster
Nähe.  Einige  Zeit  später  erging  von  seiten  des  Verlages  an  ihn  die  Anregung
  zur  Abfassung  einer  zusammenhängenden  Darstellung  von  Kriegswirtschaft
  und  Wirtschaftskrieg.  Die  nach  dem  damaligen  Stand  der
Dinge  nahezu  vollendete  Arbeit  wurde  zu  Ende  des  Frühjahrs  1915
unerwartet  plötzlich  unterbrochen  durch  Einberufung  zum  Heeresdienst.
Nach  einigen  Monaten  an  der  Front  bot  eine  Abkommandierung  nach
dem  Balkan  ergiebige  Gelegenheit  zum  Studium  der  Kriegswirtschaft
im  verbündeten  Bulgarien,  später  auch  der  deutschen  Kriegswirtschaft
im  besetzten  Rumänien,  sowie  zur  allgemeinen  Fortsetzung  der  Beobachtungen
  über  die  heimische  Kriegswirtschaft  und  die  Wirkungen  des
englischen  Wirtschaftskrieges.

Die  lange  Dauer  und  der  traurige  Ausgang  des  Krieges  gaben
schließlich  den  Anlaß,  die  Arbeit  zu  beenden  im  Sinne  des  Bersuchs
einer  Klärung  über  die  Frage,  in  welchem  Grade  die  Härten  des  Wirtschaftskrieges
  und  die  Mängel  der  auf  vielen  Gebieten  unvorbereiteten