Die  Erfolge  der  deutschen  Volkskcaft,  das  Nachgeben  des  deutschen  Volkewillens.  3

jener  in  Deutschland.  Une  konnte  dieses  Bekenntnie  nicht  überraschen  —,
hatte  man  doch  schon  seit  langer  Zeit  in  England  das  ungeheure  Massenaufgebot
  des  deutschen  Volkes  sich  kaum  noch  anders  zu  erklären  gewußt,
als  durch  die  kindische  Behauptung,  in  Deutschland  sei  die  Bevölkerungsstatistik
  gefälscht  worden,  um  die  Zahl  der  vorhandenen  wehrfähigen  Männer
zu  verschleiern!

Bis  zu  dem  mit  unerwartet  starker  amerikanischer  Unterstützung
—  auf  Grund  aueschlaggebender  Material-Überlegenheit  und  „allzulanger
Muße  zur  Vorbereitung  wirksamer  Abwehr  der  Seet
erreichten  Erfolg  der  Mitte  Juli  1918  begonnenen  feindlichen  Offensioe
hatten  Frankreich  und  England  sich  trotz  der  Beschäftigung  der  deutschen
Heere  an  so  vielen  Fronten  nur  zu  behaupten  vermocht  durch  massenhaftes
Heranziehen  ihrer  Kolonialvölker.  Deutschland  dagegen,  nicht  nur  völlig
auf  sich  allein  angewiesen,  sondern  obendrein  noch  gezwungen,  wieder
und  wieder  mit  seinen  Menschenkräften  und  seinem  spärlichen  Material
den  Verbündeten  zu  Hilfe  zu  kommen  bis  in  die  entlegensten  Länder,
hatte  ohne  jeden  Zuzug  Sieg  über  Sieg  errungen  in  West  und  Ost  und  Süd.
Es  hatte  die  russischen  Riesenheere  zerschmettert,  nachdem  es  die  verbündete
  Donaumonarchie  wiederholt  von  ihrem  Einfall  befreit.  Es
hatte  den  Bulgaren  tatkräftig  geholfen,  die  Serben  zu  bezwingen  und
Mazedonien  zu  erobern.  Es  hatte  den  Türken  die  Meerengen  gerettet,
die  Engländer  in  Mesopotamien  jahrelang  aufgehalten.  Ee  hatte  weitaue
die  Hauptarbeit  an  der  Besetzung  von  zwei  Dritteln  Rumäniens  geleistet;
und  es  hbätte  zu  wirklich  entscheidendem  Siege  über  Ztalien  geführt,
wenn  nicht  in  kritischer  Stunde  die  Kampfkraft  der  österreichisch-ungarischen
Armee  eine  so  geringe  gewesen  wäre.

Die  Kraftleistung  unserer  Krieger  zu  Lande,  zu  Wasser  und  in  der
Luft  und  die  Kraftleistung  der  heimischen  Technik  und  Arbeit  war  über
jedee  Lob  erhaben  und  bleibt  es  trotz  des  unglücklichen  Endausganges
für  alle  Zeiten.  Ze  länger  aber  der  Krieg  dauerte,  um  so  weniger  wurde
der  Siegeswille  der  Truppen  draußen  getragen  durch  entsprechenden
Siegeswillen  der  Heimat.  Der  in  der  Truppe  verkörperten  Volkskraft
entsprach  kein  in  der  Heimat  lebendiger  Volkswille.  Der  Volkewille
erwies  sich  als  stärker  dort,  wo  er  nicht  Verteidigungewille,  sondern  Eroberungewille
  war:  Frankreich  und  England  waren  beseelt  vom  Eroberungswillen.
  Sie  wurden  besiegt  und  wieder  besiegt;  aber  sie  setzten
ihren  Willen  durch.  Das  alte  Wort  englischer  Zuversicht  auf  den  zermürbenden
  Wirtschaftskrieg  kam  zur  Geltung:  „Deutschland  gewinnt
die  Schlachten;  aber  wir  gewinnen  den  Krieg.“

Durch  vier  Zahre  waren  wir  mit  durchschnittlich  tausend  Menschenopfern
  an  jedem  Tage  Sieger  auf  den  Schlachtfeldern  gewesen;  nach

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