80  England  im  Wirtschaftokrleg.

fallen.“  Auch  jede  Vorzugsbehandlung  der  britischen  Schiffahrt  im  Suezkanal
  wird  abgelehnt.  Entsprechend  wird  BVerkehrefreiheit  im  Panamakanal
  gefordert.  Aicht  deutlich  ausgesprochener  Nebengedanke  ist  die
unbedingte  Offenhaltung  des  Kaiser-Wilhelm-Kanals.  Uberhaupt  legt
der  Aueschuß  größten  Wert  auf  „das  Recht  des  Ourchgangeverkehre“,
und  zwar  nicht  nur  in  der  Schiffahrt,  sondern  offensichtlich  auch  auf  die
völlig  ungehinderte  Durchfahrt  von  Personen  und  Gütern  durch  die
Landgebiete  der  Mittelmächte  (Indienwegj.

Endlich  forderten  die  britischen  Reeder  für  den  Fall  weitgehender
Vermehrung  der  Einfuhrzölle  die  Einrichtung  von  Freigebieten  in  großem
Maßstabe,  damit  die  Stellung  „als  große  Berschiffunge-  und  Umladezentrale
  nicht  geschwächt  wird“.

Genau  betrachtet  warnten  also  die  Interessenten  der  britischen  Schifffahrt
  vor  den  schädlichen  Folgen,  die  ein  wirtschaftlicher  Nachkrieg  für
Englands  eigene  Welthandelestellung  zeitigen  könnte.  Die  Interessenten
der  britischen  Industrie  dagegen  traten  unter  der  Flagge  des  wirtschaftlichen
Nachkrieges  gegen  Deutschland  für  eine  ganze  Reihe  staatlicher  Schutzmaßregeln
  ein.

Auch  das  fortgesetzte  Vordringen  des  japanischen  Handels  in  Ostasien
  und  weit  darüber  hinaue,  die  zunehmende  Verarbeitung  indischer
Baumwolle  und  anderer  britisch-kolonialer  Rohstoffe  in  Zapan  wurden
von  ihnen  mißmutig  beobachtet.  Die  Handels-  und  Schiffahrtekonkurrenz
dieser  beiden  gefährlichen  Berbündeten  schwillt  zusehende  an.  Früher  —
sa,  da  waren  es  goldene  Zeiten!  —  da  hielt  England  die  Vereinigten
Staaten  sowohl  wie  Japan  mit  goldenen  Fesseln  umschlungen.  Beide
waren  den  Engländern  zinepflichtig:  Japan  konnte  in  ernster  Verschuldung
gegenüber  England  keine  Politik  treiben,  die  nicht  Englands  Billigung
fand.  Die  Aktien  der  großen  Eisenbahn-  und  der  großen  Industrieunternehmen
  in  den  Bereinigten  Staaten  waren  zum  sehr  bedeutenden
Teil  in  englischen  Händen;  und  wenn  die  amerikanische  Volkewirtschaft
sich  mächtig  entwickelte,  so  sah  man  darin  weniger  eine  für  die  englische
Industrie  bedenkliche  Konkurrenz,  ale  reiche  Dividendengewinne  der
britischen  Aktionäre  und  reichen  Frachtzufluß  für  die  britische  Schiffahrt.
Aun  muß  ich  alles,  alles  wenden!  Japan  ist  finanziell  selbständig  geworden,
und  die  Bereinigten  Staaten  gar  sind  mit  Milliarden  und  aber  Milliarden
Englande  Eläubiger  geworden.  Die  Oiovidenden  der  amerikanischen
Unternehmungen  werden  in  die  Taschen  der  amerikanischen  Aktionäre
fließen,  die  Frachten  aus  Amerika  amerikanischen  Reedereien  zugute
kommen.  England  aber  hat  an  Amerika  Zinsen  zu  bezahlen  und  abermals
  Zinsen  und  Amortisationen  und  abermals  Amortisationen  und  —
Bargeld  für  die  Amerika  zu  entnehmenden  Nohstoffe!