Produktionsentwicklung  in  den  Randländern  des  Schwarzen  Meeres.  133

Rumäniene  und  des  Balkane  gewirkt.  In  Rumiänien  steht  eine  durchgreifende
  Agrarreform  auf  der  Tagesordnung,  die  freie  Bahn  schaffen
soll  für  erhebliche  Produktionosteigerung  und  verbesserte  landwirtschaftliche
  Technik.  Der  umsichtige  Wirtschaftestab  der  deutschen  Militärverwaltung
  in  Rumänien  hat  die  Anbaufläche  von  Olfrüchten  vervielfacht,
hat  umfassende  Maßregeln  getroffen  für  wesentlich  verbesserte  Obst-,
Gemüse-,  Fleisch-  und  Fischverwertung.  Uber  den  Balkan  hat  sich  durch
den  Krieg  ein  Milliardensegen  ergossen,  der  den  wirtschaftlichen  Unternehmungegeist
  bis  zum  Ubermaß  angeregt  hatte.  Ausgedehnte  Verbesserung
  des  Verkehrewesens  unter  starker  Beteiligung  deutscher  Feldgrauer
haben  die  Vorauesetzungen  geschaffen  für  die  Nutzbarmachung  auegedehnter
Bodenflächen,  die  vordem  dem  Weltmarkt  noch  weit  entrückt  waren.

Auch  drüben  in  Vorderasien  regt  sich  wirtschaftlicher  Unternehmungegeist.
  Die  früheren  politischen  Hindernisse  für  den  Bau  von  Eisenbabhnen
im  Gebiet  des  Schwarzen  Meeree  bie  hinauf  nach  Baku  sind  in  Wegfall
  gekommen.

Kurzum,  in  allen  Randländern  des  Schwarzen  Meeres  steben  wir
vor  einer  Produktionsentwicklung  auf  neuen,  verbreiterten  Grundlagen!

Wenn  die  Produktionsgebiete  des  Südostens  bis  hinein  nach  Innerasien
  nicht  mehr  durch  politischen  Zwang  veranlaßt  sind,  ihre  Rohstoffe
in  die  großrussischen  Industriegebiete  abzuliefern,  so  wird  ein  wesentlich
vermehrter  Anreiz  bestehen,  den  schon  früher  oft  erörterten  Plan  eines
Anschlusses  der  Wolga  an  das  Berkehrsgebiet  des  Schwarzen  Meeres
zur  Ourchführung  zu  bringen.  Don  und  Wolga  nähern  sich  einander
bei  Zarizyn  bis  auf  60  km,  und  der  Durchführung  eines  beide  verbindenden
Kanalbaues  werden  durch  die  Wolgahügel  keine  unüberwindlichen  Hindernisse
  in  den  Weg  gelegt.  Ist  aber  einmal  dieser  Kanal  gebaut,  dann  kann
sich  der  Levantehandel  noch  weit  mehr,  als  es  bieber  infolge  der  Eisenbahnlinie
  Batum—Baku  möglich  war,  über  die  ganzen  Randgebiete  des
Kaspischen  Meeres  auedehnen,  d.  h.  der  Seehandel  kann  auch  Turkestan
mit  seiner  Baumwolle,  seinem  Tee  und  Reis  und  Nordpersien  mit  seiner
Seide  und  Wolle  umfassen.

Das  Berkehregebiet  des  Schwarzen  Meeres  verfügt  über  ein  ungewöhn--lich
  reiches  Maß  großer  Zubringer:  die  Donau  mit  dem  Pruth,  den  Bug,
den  Onjestr,  Don  und  Donetz,  und  schließlich  über  die  riesige  Schiffahrtsstraße
  der  Wolga,  die  sich,  wie  gesagt,  mit  dem  Schiffahrtespstem  des
Don  unschwer  in  Verbindung  bringen  läßt.  Wir  müssen  uns  vergegenwärtigen,
  daß  die  Wolga  mit  ihren  Nebenflüssen  der  Schiffahrt  zugänglich
ist  auf  der  einen  Seite  bis  nahe  an  das  Herz  des  Ural,  auf  der  anderen
Seite  bie  über  Moskau  binaus,  etwa  in  die  Höhe  von  Riga  und  noch  weiter
nördliche  Gebiete  Innerrußlande.  Der  Onjepr  ist  schiffbar  bie  über  Smo-