Ausländische  Zwischengewinne.  143

und  die  deutsche  Ware  wurde  in  den  Augen  der  Deutschland  besuchenden
Fremden  um  ihr  Ansehen  gebracht.  Es  kommen  aber  hier  nicht  nur  Modetorheiten
  in  Frage,  sondern  auch  zweckwidrige  Handelsorganisationen
großen  Stils.  Bekannt  ist  das  Beispiel,  daß  wir  einen  Monat  vor  Kriegeausbruch
  große  Mengen  Roggen  auegeführt  hatten,  die  wir  später  durch
ausvländische  Getreideeinfuhr  ersetzen  wollten.  Der  Krieg  warf  diese
Rechnung  über  den  Haufen  und  ließ  une  des  Ersatzes  fühlbar  ermangeln.
Die  eigene  Ware  aber  hatten  wir  unwiederbringlich  weggegeben.  Nach
dem  Kriege  wird  es  zu  unsern  ernsten  Aufgaben  gehören,  den  Handel
so  zu  organisieren,  daß  die  eigenen  Erzeugnisse  zunächst  dem  vollen  Bedarf
des  eigenen  Landes  dienstbar  gemacht  werden.  Was  wir  selbst  berstellen
können,  wollen  wir  nicht  wieder  aus  dem  Ausland  beziehen,  was  wir
selbst  brauchen,  nicht  wieder  ans  Ausland  liefern.

Anderseits  drängt  die  Notwendigkeit  einer  Berbesserung  unserer
Valuta  zu  einer  künstlichen  Steigerung  der  Ausfuhr,  für  die  uns  die
Absatzmöglichkeiten  durch  die  nachwirkende  feindliche  Hetze  und  die  englische
  Kontrolle  beträchtlich  eingeschränkt  sind.  So  werden  wir  Bedacht
nehmen  müssen  auf  die  besondere  Pflege  sicher  erreichbarer  Märkte,
wie  wir  sie  finden  können  in  den  früher  zum  Vierbund  gehörigen  Ländern.
Deren  weltwirtschaftliche  Bedeutung  erhellt  aus  der  Tatsache,  daß  ihr
gesamter  Welthandelsanteil  nach  dem  Stande  von  1912  größer  war
ale  der  Weltbandelsanteil  Englande,  wie  aus  folgenden  Zablen  ersichtlich:



Heutschland  12,6  %
ÖOsterreich-Ungarn  5,5  „
Bulgarien  ·,2  „
Türkel  etwa..  .  I,0  „
Vlerbuno  I7,1  „
England  10,2  „

Hlerzu  treten  die  Nachbarmächte  der  genannten  Länder,  die  in  normalen
  Zeiten  keineswegs  auf  den  Handel  mit  Deutschland  verzichten
können.  Ihr  Welthandelsanteil  war  der  folgende:

Belggen  6,5%
Nlederlande  56,8  ,„
Dänemark  1,0  „
Schweden  1.0  „
Numänien  00,6  „
Eriechenland  01  „
Serbhken  0,  „
Schweiiz  1,6,
Westrußland  19,5  „

Zusammen  19,2%