144  Ausblick.

Zene  17,1  und  diese  19,2%  ergeben  zusammen  bereits  36,3  %  des
ganzen  Welthandels.  Fügen  wir  hinzu,  daß  auch  Italien  den  Anschluß
an  den  deutschen  Markt  sucht  und  dringend  benötigt,  so  können  wir  insgesamt
  auf  ein  mitteleuropäisch-vorderasiatisches  Wirtschaftsgebiet  blicken,
das  /8  des  ganzen  Weltmarktee  darstellt.

Bezüglich  der  Abhängigkeit  vom  Weltmarkt  war  vor  dem  Kriege
die  Stellung  Deutschlands  beträchtlich  günstiger  als  diejenige  der  ersten
Welthandelemacht.  Es  verteilten  sich  namentlich  nach  Hauptgattungen
gerechnet  Ein-  und  Auefuhr  in  England  und  Deutschland  in  Milliarden
Mark  folgendermaßen:

Einfs  Ei  b  si  rüb
England  ——  n  “me  atglahentbere  7*  an  zeihn

Nahrungemittel  5,8  2,8  *  1,0  5,2  1,8  —

Nohstofsffe  5,6  65,0  1,4  1,5  4,2  3,5  —  —
Halbfertige  Waren  .  1,2  1,1  1.  0,r  —  —-Fertige
  Waren  1(38  1,5  /82  6,4  4  –  84  4,9

Oder  in  Worten  ausgedrückt:  England  stand  mit  einer  Mehreinfuhr
von  Nahrungsmitteln  im  Werte  von  5,2  Milliarden  in  Abhängigkeit  vom
Auslande,  Deutschland  nur  mit  1,8  Milliarden.  England  brauchte  eine
Mehreinfuhr  fremder  Rohstoffe  in  Höhe  von  4,2,  Deutschland  immerhin
nur  3,5  Milliarden.  Oabei  erzielte  Deutschland  eine  Mehrausfuhr
industrieller  Erzeugnisse  in  Höhe  von  4,8  Milliarden,  England  aber  nur
4,4  Milliarden.  Das  Berhältnis  war  für  England  also  auf  der  ganzen
Linie  ungünstiger.

In  enger  Verbindung  mit  einem  erweiterten  Mittel-  und  Osteuropa
hätte  Deutschland  ein  Markt  und  ein  Produktionsgebiet  gewinkt,  die  jedem
anderen  Wettbewerber  überlegen  gewesen  wären.  Dieses  Gesamtgebiet
steht  an  Volkszahl  vor  den  Vereinigten  Staaten,  ja  vor  Rußland,  es
verfügt  über  die  größere  Zahl  von  Produktionekräften  und  den  höheren
Wert  der  Produktion.  Dem  dauernden  Zusammenschluß  diesee  Gesamtgebietes
  hat  England  mit  allen  Kräften  und  vorläufig  mit  vollem  Erfolge
entgegengearbeitet.  Die  Zerstückelung  ÖOsterreich-Ungarns,  die  Verkleinerung
  Deutschlande,  die  Schaffung  deutschfeindlicher  Staaten  in
Mitteleuropa  gehörten  zu  den  vornehmlichen  Zielen  des  Wirtschaftekrieges,
  der  nicht  nur  den  alten  Wettbewerb  Deutschlande  treffen,  sondern
vor  allen  Dingen  auch  eine  künftige  Stärkung  der  deutschen  Stellung
in  Mitteleuropa  hintertreiben  wollte  und  sollte.  Unter  unendlich  erschwerten
  Bedingungen  muß  Deutschland  aufs  neue  seinen  Welthandels--anteil
  aufzubauen  trachten.  Genommen  sind  ihm  die  Möglichkeiten
eines  großzügigen  Ausbaues  seines  Einflusses  auf  den  internationalen
Nachrichtendienst,  ungeheuer  erschwert  ist  ihm  die  Neuknüpfung  unmittelbarer
  Beziehungen  zu  den  fremden  Märkten  durch  die  Auslanddeutschen.