Die  weltwirtschaftlichen  Beziehungen  der  einzelnen  Länder.  149

zweite  Stelle  gerückt,  in  der  Bevölkerungszahl  an  die  fünfte,  verfügte  an
Boden  aber  nur  über  0,54  Millionen  Quadratkilometer.

Zn  der  weltwirtschaftlichen  Arbeitsteilung  ist  der  Platz  jener  Länder
am  deutlichsten  abgezeichnet,  die  vorwiegend  landwirtschaftliche  Erzeugnisse
  oder  koloniale  Produkte  auf  den  Weltmarkt  bringen,  wie
Rußland,  Argentinien,  Brasilien,  Britisch-Indien,  Kanada  und  Australien.
Sonderstellungen  nehmen  als  Belieferer  dee  Weltmarktee  Japan  und
China  mit  der  starken  Ausfuhr  von  Rohseide,  letzteres  auch  von  Bohnen
und  Tee  ein,  Chile  namentlich  durch  seine  Salpeterausfuhr.  Unter  den
Hauptländern  des  Weltverkehrs,  die  vor  dem  Kriege  mit  je  über  10  Milliarden
  Mark  am  Welthandel  beteiligt  waren,  verdanken  Belgien  und  die
Niederlande  ihren  Platz  großenteils  der  Stellung  als  Zwischenhändler,
die  sie  dank  ihrer  geographischen  Lage  gegenüber  dem  deutschen  Hinterland
  hatten.  Von  dem  Umfang  ihres  Zwischenhandele  zeugt  die  Tatsache,
  daß  in  der  belgischen  Außenhandelestatistik  sowohl  in  der  Einfuhr
wie  auch  in  der  Ausfuhr  die  gleiche  Ware  an  erster  Stelle  steht,  nämlich
die  Wolle  mit  429  Millionen  Francs  Einfuhr  und  396  Millionen  France
Ausfuhr.  Neben  seiner  Eisen-,  Stahl-  und  Maschinenindustrie  verzelchnet
Belgien  ale  Spezialität  eine  besonders  große  Auefuhr  von  geschliffenen
Diamanten  und  Glaswaren.  Zn  der  französischen  Handelestatistik  fällt
die  große  Einfuhr  von  Seide  und  die  Ausfuhr  von  Seidengeweben  auf.
Auch  die  französische  Weinausfuhr  hatte  zur  Vorauesetzung  eine  sehr
bedeutende  Weineinfuhr.  Ferner  fallen  im  französischen  Außenhandel
die  Modeerzeugnisse  (Konfektionswaren)  und  die  sogenannten  Pariser
Artikel  in  die  Augen.  Die  Bereinigten  Staaten  waren  trotz  ihrer  sehr
stark  entwickelten  Industrie  in  weitaus  erster  Linie  Exporteure  von  Agrarprodukten
  (Baumwolle,  Getreide  und  Fleisch),  ferner  von  Kohlen  und
Petroleum,  entwickelten  aber  auch  in  zunehmendem  Maße  die  Auofuhr
von  Massenerzeugnissen  der  Maschinenindustrie  und  an  Eisenwaren.
In  der  weltwirtschaftlichen  Arbeitsteilung  sind  sie,  soweit  das  industrielle
Gebiet  in.  Frage  kommt,  vor  allen  Dingen  auf  die  großzügig  spekulative
Massenfabrikation  eingestellt.  Großbritannien  verdankt  seine  Stellung
als  industrielles  Exportland  teils  seinen  Schätzen  an  Kohle  und  Eisen,
teile  der  Herrschaft  über  die  besten  Textilrohstoffe  in  den  englischen  Kolonien
und  dem  Klima,  das  bestimmte  Produktionszweige  in  der  Verarbeitung
dieser  Textilrohstoffe  besonders  begünstigt.  Was  Deutschland  anbetrifft,
so  hatte  es  die  bedeutende  Höhe  seiner  Stellung  als  Exportland  erworben
durch  die  exakte  Entwicklung  seiner  Technik  und  Chemie  auf  wissenschaftlicher
  Grundlage  und  durch  besonders  weitgehende  Anpassung  seiner
industriellen  Produktionen  an  die  individuellen  Bedücfnisse  der  verschiedenen
  Absatzmärkte.  Das  kommt  zum  Auedruck  namentlich  in  seiner