166  Allgemelner  Uberblidk.

auf  diesen  Gebieten  teils  infolge  seiner  geographischen  Lage,  teils  infolge
der  Vorbereit##  säumnisse  in  der  Hauptsache  auf  die  Defensiostellung
verwiesen.  Eine  Art  wirtschaftlicher  Offensive  konnte  deutscherseits  zunächst
nur  darin  erblickt  werden,  daß  die  Besetzung  feindlicher  Gebietsteile
sowohl  im  Westen  wie  im  Osten  gerade  dort  erfolgte,  wo  fremde  Erzund
  Kohlengruben  unmittelbar  an  entsprechende  deutsche  Gebiete  anstoßen.

In  das  Gebiet  der  mit  kriegerischen  Maßnahmen  verbundenen  wirtschaftlichen
  Offensive  fiel  weiterhin  die  völlige  Unterbindung  dee  russischen
Ostseehandels,  der  nach  einiger  Zeit  unter  deutschem  Beistand  die
Lahmlegung  des  südrussischen  Handels  durch  die  Kriegohandlungen  der
dem  Deutschen  Reiche  eng  befreundeten  Türkei  folgte.  Im  wesentlichen
aber  galt  es,  wie  gesagt,  die  wirtschaftliche  Defensive,  die  Mobilmachung
  aller  Zweige  der  Volkswirtschaft  und  des  Arbeitsmarktes  zu
dem  Zweck,.  den  Krieg  wirtschaftlich  durchhalten  zu  können,  und  die  Wirkung
der  von  England  beabsichtigten  tödlichen  Streiche  gegen  den  deutschen
Handel  und  die  deutsche  Volkswirtschaft  erfolgreich  abzuwehren.

Hier  klaffte  offensichtlich  eine  Lücke  in  der  Gesamtdeit  unserer
Mobilmachungevorbereitungen.  Als  die  militärische  Mobilmachung
ausgesprochen  war,  zeigte  sich  unverzüglich  die  zwingende  Notwendigkeit,
diese  Lücke  mit  allen  Kräften  auszufüllen,  so  gut  es  nur  irgend  nach  unterlassener
  Borbereitung  in  Friedenszeiten  noch  möglich  war.

Man  hätte  sich  recht  wohl  vorstellen  können,  daß  am  Tage  der  Mobilmachung
  die  Verwaltungsorgane  der  Einzelbezirke:  die  Bürgermeister
und  Landräte,  nur  in  ein  besonderee  Fach  ihrer  Aktenschränke  zu  greifen
gebabt  hätten,  um  daraus  die  wohl  vorbereiteten  Anordnungen  für  die
wirtschaftliche  Mobilmachung  hervorzuholen.  So  hatte  ich  in  den  „Vierteljabreheften“
  des  Großen  Generalstabes  vor  allen  Dingen  eine  entsprechende
  Vorbereitung  auf  die  notwendigen  Wandlungen  in  der  Art
der  Nahrungemittelversorgung  empfohlen,  „dergestalt,  daß  im  Mobilmachungsfalle
  unverzüglich,  etwa  durch  die  massenhafte  Verteilung
rechtzeitig  vorbereiteter  und  der  landwirtschaftlichen  Lage  zu  jeder  Jahreszeit
  angepaßter  Merkblätter  an  die  landwirtschaftlichen  Produzenten,
sofort  mit  allem  Nachdruck  hingewiesen  werden  kann  auf  die  im  privatwirtschaftlichen
  ebenso  gut  wie  im  volkewirtschaftlichen  und  nationalen
Interesse  notwendigerweise  vorzunehmenden  Anderungen  in  der  Produktion
  und  in  der  Berwertung  landwirtschaftlicher  Erzeugnisse“.  Schon
dort  war  dargelegt  worden,  daß  wir  während  des  Krieges  nach  der
Sitte  früherer  Zeiten  vom  Weißbrot  wieder  mehr  auf  das  Schwarzbrot
würden  zurückkommen  müssen,  vom  Brot  überhaupt  zur  Kartoffel  unter
angemessener  Herabsetzung  der  Branntweinproduktion  und  unter  Ersetzung
der  Kartoffel  als  Viehfutter  durch  die  mit  Einschränkung  der  Bier-  und  der