172  Allgemeiner  Überblick.

b)  wle  müßte  dleser  „Wirtschaftskrieg“  im  Frieden  vorbereltet  werden?
c)  was  bätte  wenigstens  nach  Ausbruch  des  Krieges  erfolgen  müssen?
d)  was  muß  jetzt  noch  geschehen?
Anmerkung.  Es  ist  sehr  erwünscht,  auch  entsprechende  Spezlalgutachten  von
Autoritäten  des  praktischen  Wirtschaftslebens  beizufügen.
.ein  Gutachten  einzurelchen:
a)  über  dle  bereite  getroffenen  wirtschaftlichen  Maßnahmen,
b)  über  die  noch  in  Auesicht  stehenden  Maßnahmen,  sobald  dieselben  getroffen  Und.
.  Die  Wirkung  der  bleherigen  Maßnahmen  (sowie  der  noch  zu  treffenden)  durch
Studenten  der  Nationalökonomie  und  andere  geeignete  Persönlichkeiten  (Arzte,
Zeitungsberichterstatter,  Gewerkschaftsführer  u.  a.)  nach  entsprechender  Anleitung
in  den  verschiedenen  Volkoschichten  beobachten  zu  lassen  und  Berichte  derselben  (mit
Gutachten)  einzusenden.
Schlleßlich  sind  Anregungen  —  inebesondere  auch  aus  Kreisen  des  praktischen
Wirtschaftslebens  dauernd  erwünscht.
Zusendungen  werden  erbeten  unter  der  Adresse:  Herrn  Arthur  Dix,  Berlin  W  30,
Luitpoldstraße  4.“

Die  in  dem  Rundschreiben  erwähnte  Oenkschrift  hatte  folgenden
Wortlaut:

:  Vertraulich!  Henkschrift.  Betrifft  Schaffung  einer  Abteilung  für  „Kriegswirtschaft"
  im  Großen  Generalstab.

Wie  das  Zeitalter  des  Verkehre  mit  der  „Elsenbahn“,  so  hat  das  Zeitalter  der  Weltwirtschaft
  mit  dem  „Wirtschaftskampf“  einen  neuen  Faktor  in  die  Kriegführung  bineingetragen.


Von  der  Erkenntnie  ausgebend,  daß  ee  für  den  weiteren  Verlauf  eines  Krieges  von
aueschlaggebender  Bedeutung  ist,  daß  der  strategische  Aufmarsch  mit  größter  Beschleunigung
durchgeführt  werden  kann  und  daß  der  Nachschub,  sowle  die  schnellste  Konzentrierung
großer  Truppenmassen  an  entscheldenden  Punkten  jederzeit  sichergestellt  ist,  bat  man  den
Eisenbahnbetrieb  für  die  Dauer  eines  Krieges  militärisch  organisiert  und  zu  dlesem  Zweck
im  Großen  Generalstab  die  Eisenbahn-Abteilung  geschaffen.  Diese  Organisation  hat  sich
in  dem  gegenwärtigen  Kriege  nach  zwel  Fronten,  den  man  mit  Recht  als  einen  „Eisenbahnkrieg“
  bezeichnet,  glänzend  bewährt.

Leider  aber  hatte  man  nicht  genügend  berücksichtigt,  daß  dleser  Krieg  vor  allem  auch
ein  „Wirtschaftskrieg“  werden  würde,  für  den  wir  —  wie  wir  jetzt  erkennen  —  in  keiner
Weise  vorbereitet  waren.

Der  Minister  des  Innern  hat  sich  in  elnem  Schreiben  vom  16.  Januar  u.  a.  wie
folgt  gedußert:

„Die  Nationalskonomen  und  die  Männer  bes  praktischen  wirtschaftlichen  Lebens,
die  in  der  vergangenen  Friedenszeit  immer  wieder  betonten,  daß  in  einem  kommenden
Kriege  die  wlrtschaftlichen  Fragen  eine  größere  Rolle  spielen  würden  als  je  zuvor,  haben
nur  zu  recht  behalten.“

Bereite  vor  acht  Jahren  wies  ich  darauf  hin,  daß  ee  notwendig  sel,  Theoretiker  und
Praktiker  unseres  Wirtschaftslebens,  hervorragende  Männer  der  Nationalskonomie,  der
Industrie,  der  Landwlrtschaft,  des  Handels  und  der  Hochfinanz  zusammenzuberufen
und  dieselben  gemeinsam  mit  dem  Generalstab  dle  bei  Ausbruch  eines  Krieges  akut  werdenden
  Wirtschaftsfragen  erörtern,  sowle  die  dann  erforderlich  werdenden  Maßnahmen
festlegen  zu  lassen.  Dah  dies  sowohl  im  wlrtschaftlichen  wie  im  milltärischen  Interesse
notwendig  gewesen  wäre,  hat  der  bleherige  Verlauf  des  Krieges  zwelfellos  erwlesen.

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