Die  Notenhamsterei.

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daraus  ersehen  werden,  daß  er  am  31.  Zuli  1914  sich  auf  2,9  Milliarden
Mark,  am  25.  Oktober  1918  aber  auf  14,4  Milliarden  bezifferte.  Dazu
kamen  9,2  Milliarden  Darlehnskassenscheine.

Dieser  gewaltige  Notenverkehr,  der  eintrat,  trotzdem  von  allen
öffentlichen  Stellen  das  Menschenmögliche  geschah,  um  für  den  bargeldlosen
  Uberweisungsverkehr  zu  wirken,  fand  seine  Erklärung  zum
erheblichen  Teil  in  der  außerordentlichen  Steigerung  aller  Löhne  und
Preise,  die  eine  entsprechende  Steigerung  der  Umlaufemittel  erheischte,
und  in  dem  ungemein  beschleunigten  Umsatztempo  der  Kriegeswirtschaft,
das  natürlich  gleichfalls  den  Geldbedarf  fortwährend  erhöhte.

In  der  Zeit  der  Notenhamsterei  mußte  die  Regierung,  die  selbst  nicht
genug  Umlaufemittel  stellen  konnte,  die  Befugnis  der  Gemeinden  zur
Ausgabe  von  eigenem  Notengeld  in  größeren  und  kleineren  Abschnitten
bedeutend  erweitern.  Ende  Oktober  1918  wurden  wieder  400  Millionen
Mark  kommunalen  Notengeldes  neu  in  Umlauf  gebracht.  Auch  die  großen
Industrie-  und  Bergwerke  griffen  abermals  zur  Ausgabe  von  eigenem
Notengeld.

Abgesehen  von  so  plötzlichen  Krisenausbrüchen  hat  die  Reichsbank
sich  bis  zum  Waffenstillstand  ausgezeichnet  gehalten.

Von  dem  vorzüglichen  Stand  der  Reichebank  in  der  ersten  Kriegszeit
  legten  die  Berichte  in  den  Zentralausschußsitzungen  laufend  Zeugnis
ab.  Der  Bankausweis  vom  7.  Dezember  1914  ergab  erstmals,  daß  der
Goldbestand  der  Reichsbank  die  zweite  Milliarde  überschritten  hatte.
Die  reine  Golddeckung  der  Noten  belief  sich  zu  jener  Zeit  auf  47,4%.

In  der  Sitzung  des  Zentralausschusses  vom  23.  Dezember  1914
konnte  der  Präsident  eine  Herabsetzung  des  Reichesbankdiskonts  auf  5
vom  100  vorschlagen  und  dazu  die  folgenden  Bemerkungen  machen:

„Das  deutsche  Wirtschafteleben  ist  in  den  letzten  Monaten  immer  mehr  wieder  in
normale  Bahnen  eingelenkt,  die  wirtschaftliche  Arbeit  hat  sich  immer  weiter  organisiert
und  den  veränderten  Verhältnissen  angepaßt,  der  Beschäftigungegrad  hat  im  ganzen  wie
auch  in  den  meisten  Berufsgruppen  erheblich  zugenommen  und  unterscheidet  sich  überwiegend
  kaum  noch  von  Friedenszeiten.  Der  Geldmarkt  weist  eine  bereite  seit  längerer
Zeit  anhaltende  Geldflüssigkeit  auf,  und  die  Depositen  der  Banken  wie  die  Einlogen  der
Sparkassen  sind  trotz  der  ihnen  für  die  große  Kriegsanleihe  entzogenen  Beträge  wieder  in
erfreulichem  Wachstum  begriffen.  Das  alles  läßt  im  Verein  mit  den  neuen  Erfolgen  unserer
Heere,  die  die  Sorge  wegen  der  Möglichkeit  eines  vorübergehenden  feindlichen  Einbruches
in  die  deutschen  Grenzlande  hoffentlich  endgültig  gebannt  haben,  unsere  Zuversicht  auf
einen  glücklichen  Ausgang  des  Weltkrieges  und  die  Uberzeugung  des  deutschen  Volkes,
daß  wir  auch  finanziell  und  wirtschaftlich  für  jede  Dauer  dee  Krieges  gerüstet  sind,  nur
immer  sicherer  und  fester  werden.  Der  Stand  der  Relchebank  ist  durchaus  befriedigend,
ihre  Aktlonskraft  dank  dem  in  immer  weitere  Kreise  dringenden  Verständnie  für  ihre  Bedeutung
  und  ihre  Aufgabe  und  dank  der  durch  unser  ganzes  Volk  gehenden  Mitarbeit  an
der  Stärkung  ihres  Goldbestandes  von  Woche  zu  Woche  und  ohne  jede  Unterbrechung
gewachsen,  und  bei  den  goßen  Golbmengen,  die  noch  in  Privathänden  sind,  und  da  der