Förderung  landwirtschaftlicher  Gütererzeugung.  277

Nach  der  preußischen  Erntestatistik  wiesen  die  Hektarerträge  während
des  Krieges  folgende  Verminderungen  auf:

Winterweizen  von  25,2  auf  18,5  (niedrigster  Ertrag  1917:  15,5),  Sommerweizen
von  25,2  auf  16,6  (niedrigster  Ertrag  1917:  14,0),  Winter-  und  Sommerspelz  von  16,0
auf  13,4  (niedrigster  Ertrag  1916:  12,8).

Winterroggen  von  19,0  auf  13,8  (niedrigster  Ertrag  1917:  12,5),  Sommerroggen
von  13,4  auf  9,3  (niedrigster  Ertrag  1917:  7,6),  Wintergerste  von  24,7  auf  18,4  (niedrigster
Ertrag  1917:  16,4),  Sommergerste  von  23,6  auf  15,3  (niedrigster  Ertrag  1917:  12,1),  Hafer
von  22,3  auf  14,1  (niedrigster  Ertrag  1917:  10,3).

Kartoffeln  von  168,3  auf  111,8  (niedrigster  Ertrag  1916:  94,1)  Doppelzentner,  Futterrüben
  von  426,7  auf  310,4  (niedrigster  Ertrag  1918:  310,4),  Zuckerrüben  von  307,4  auf
246,3  (niedrigster  Ertrag  1917:  245,7).

Luzerne  von  63,7  auf  47,2  (in  den  Jahren  1917  und  1918  die  gleichen  niedrigsten
Erträge  von  47,2),  Rieselwiesen  von  58,2  auf  40,0  (niedrigster  Ertrag  1918:  40,0),  andere
Wiesen  von  45,0  auf  29,4  (niedrigster  Ertrag  1918:  29,4),  Raps  und  Rübsen  von  15,3  auf
13,3  (niedrigster  Ertrag  1917:  12,5),  Klee  aller  Art  von  55,7  auf  31,9  (niedrigster  Ertrag
1918:  31,9.

Die  landwirtschaftliche  Statistik  ist  stets  mit  beträchtlichen
Mängeln  behaftet  gewesen.  Zum  weitaus  größten  Teil  ist  sie  ja  nicht
eigentlich  ale  statistische  Erhebung  im  strengen  Sinn  zu  betrachten,  sondern
als  Schätzung.  Während  des  Krieges  sind  diese  Mängel  besonders  empfindlich
  zutage  getreten,  da  es  sich  für  die  Rationierungepläne  ja  doch  darum
handelte,  einen  durchaus  zuverlässigen  Uberblick  über  die  wirklich  vorhandenen
  Mengen  zu  erhalten,  und  da  die  Ergebnisse  bei  der  Erfassung
der  Ernte  oft  weit  zurückblieben  hinter  den  vorangegangenen  Schätzungen.
Die  Bedeutung  einer  wesentlich  vertieften  landwirtschaftlichen  Statistik
ist  durch  den  Krieg  scharf  erwiesen  worden.  In  dieser  Beziehung  hat  der
erste  Präsident  des  Kriegsernährungsamtes  selbst  sich  mit  aller  Deutlichkeit
  geäußert.  IZn  seinen  Einführungsworten  zu  der  vom  Kriegsernährungsamt
  berausgegebenen  Schriftenreihe  „Beiträge  zur  Kriegewirtschaft“
  schreibt  Herr  v.  Batocki:  „Der  größte  Teil  der  Reibungen  und
Schwierigkeiten,  die  sich  der  Kriegswirtschaft  entgegengestellt  haben  und
noch  weiter  entgegenstellen,  beruht  auf  den  überaus  mangelhaften  Grundlagen
  volkowirtschaftlicher  Erkenntnie,  die  bei  uns  Behörden  wie  Bevölkerung
  beim  Eintritt  in  den  Krieg  besaßen.  Eine  Hauptgrundlage
volkswirtschaftlicher  Erkenntnie  ist  die  Statistik.  Sie  hat,  darüber  müssen
wir,  ohne  irgendeiner  bestimmten  Stelle  Vorwürfe  zu  machen,  une
klar  sein,  auf  dem  Gebiete  der  landwirtschaftlichen  Erzeugung  und  Ernährung
  versagt.  Die  in  Preußen  und  anderen  Bundesstaaten  aus
Sparsamkeit  seit  über  50  Jahren  unterlassene  Neuaufnahme  oder  allgemeine
  Berichtigung  der  Kataster,  die  die  Grundlage  jeder  landwirtschaftlichen
  Erhebung  bilden  müssen,  das  System,  alle  örtlichen  Grundlagen
  der  Statistik  zur  Kostenersparnis  durch  vom  Staat  nicht  bezahlte