Schädigung  der  deutschen  Volkekraft  durch  die  feindliche  Blockade.  295

„Wenn  die  Deutschen  auch  schreiben,  daß  kein  Geburtenrückgang  zu
verzeichnen  sei,  so  kommt  es  doch  nicht  darauf  an,  wie  viel  Kinder  geboren
werden,  sondern  ob  diese  auch  gesund  sind.  Der  britischen  Blockade  ist
es  gelungen,  die  Unterernährung  der  Kinder  bereits  im  Mutterleibe  zu
erzwingen.  Ich  weiß,  daß  nicht  nur  Zehntausende  von  Deutschen,  die
bis  jetzt  ungeboren  sind,  für  ein  Leben  physischer  Minderwertigkeit  prädestiniert
  sind,  sondern  daß  auch  Tausende  von  Deutschen,  die  bie  jetzt
noch  nicht  empfangen  sind,  demselben  Schicksal  verfallen  werden.  Englische
  Krankheit  wird  wohl  das  Leiden  sein,  dem  man  in  der  Zeit  nach
dem  Kriege  bei  unzähligen  Deutschen  am  häufigsten  begegnen  wird.“

Und  der  englische  Arzt  Dr.  Salleby  äußerte  zu  demselben  Thema:

„Die  deutsche  Rasse  wird  vernichtet  werden,  darüber  besteht  gar  kein
Zweifel.  Sogar  der  bewährte  Mediziner  Dr.  Weiemann,  der  während
des  Krieges  gestorben  ist,  konnte  es  nicht  ableugnen,  daß  die  Menschheit
die  zersetzenden  Folgen  der  Unterernährung  auf  ihre  Nachkommen  vererbt.
  Mit  anderen  Worten:  Wenn  auch  die  Geburtenziffer  in  Deutschland
befriedlgend  wäre,  so  ist  das  Maß  des  Schadens  —  des  unübersehbaren
Schadens  —,  doch  ganz  anders  und  bedeutend  ernster.  Im  Zahre  1940
wird  wahrscheinlich  eine  deutsche  Nasse  bestehen,  die  an  körperlicher
Degeneration  leidet.  Deutschland  wird  einen  furchtbaren  Preis  dafür
zahlen  müssen,  daß  es  beabsichtigt  hat,  eine  Weltmacht  zu  werden.“

Daß  die  Engländer  zu  ihrem  Ziel  gelangt  sind,  ist  auch  recht  wesentlich
zurückzuführen  auf  die  mittelbare  Wirkung  der  Unterernährung,  die  die
pspchologischen  Voraussetzungen  schuf  für  die  Bearbeitung  beträchtlicher
Teile  des  deutschen  Volkes  im  Sinne  jener  Bewegung,  die  zu  seinem
katastrophalen  Austritt  aus  dem  Kriege  führte.

Industrie,  Handel  und  Verkehr.

Mit  fortschreitender  Entwicklung  des  Wirtschaftslebens  gerät  es  in
immer  größere  Abhängigkeit  vom  Verkehrswesen.  Nicht  nur  der
Güteraustausch  vollzieht  sich  über  immer  wachsende  Räume,  bie  er  alle
fünf  Erdteile  und  alle  Ozeane  umfaßt  —  auch  die  Gütererzeugung  baut  sich
auf  immer  verstreuteren  Grundlagen  auf.  Aus  allen  Fernen  bezieht
sie  ihre  Roh-  und  Hilfestoffe  —  in  alle  Fernen  hinein  sucht  sie  ihren  Absatz.
Selbst  die  ganz  an  den  Boden  gebundene  Landwirtschaft  stützt  sich  in
nicht  geringem  Umfange  auf  Erzeugnisse  anderer  Erdteile:  Aue  Chile
bezog  man  Düngemittel,  aus  Nordamerika  Säe-  und  Mähmaschinen,
aue  Indien  die  Jute  für  die  im  landwirtschaftlichen  Betriebe  notwendigen
Säcke.  Noch  weit  mehr  war  und  ist  die  industrielle  Gütererzeugung  auf
den  großen  Weltverkehr  angewiesen  —  kann  sich  doch  diejenige  Industrie,