Der  Verkehr  auf  den  Wasserstraßen.  307

Was  den  Verkehr  einiger  Hauptbinnenhäfen  anbetrifft,  so  hat  Du-eburg—Ruhrort
  7,3  Millionen  Tonnen  zu  Wasser  empfangen,  14,4  Millionen
Tonnen  versandt;  Hamburg  empfing  zu  Wasser  3,8  Millionen  LKonnen  und
versandte  5,9  Millionen  Tonnen,  Groß-Berlin  empfing  7,6  Millionen
Tonnen  und  versandte  rund  1  Million  Tonnen,  Mannheim  empfing
4,3  Millionen  Tonnen  und  versandte  0,6  Millionen  Tonnen.

Zm  Auslandsverkehr  spielten  die  Wasserstraßen  vor  dem  Kriege
die  größte  Rolle  bei  der  Abwicklung  des  Deutsch-Niederländischen  Verkehrs
mit  einer  Einfuhr  von  17,7  und  einer  Auefuhr  von  13,7  Millionen  Tonnen,
im  Verkehr  mit  Osterreich-  Ungarn  belief  sich  die  Einfuhr  zu  Wasser  auf
2,  die  Ausfuhr  auf  0,7  Millionen  Tonnen,  im  Berkehr  mit  Rußland
die  Einfuhr  auf  1,5,  die  Ausfuhr  auf  0,1  Millionen  Tonnen.  Diese  letzteren
Ziffern  versprechen  für  die  Zukunft  eine  sehr  wesentliche  Steigerung,
da  einerseits  der  Krieg  zu  einer  bedeutenden  Entwicklung  des  Donau--verkehrs
  Anlaß  gegeben  hat,  anderseits  durch  den  Ausgang  dee  Krieges
im  Osten  die  Hindernisse  gefallen  sind,  die  früher  russischerseite  wesentlichen
  Verbesserungen  der  Binnenschiffahrteverhältnisse  auf  der  Weichsel
und  Memel  im  Wege  standen,  und  da  endlich  die  Zukunft  neue  Binnenschiffahrtewege
  zwischen  dem  Verkehrsgebiet  der  Ostsee  und  des  Schwarzen
Meeres  erschließen  dürfte.

Die  unmittelbaren  Wirkungen  des  Krieges  im  Verein  mit  den
Einflüssen  der  großen  Umwälzung  im  Verkehrsleben  zwangen  die
Industrie  zu  einer  durchgreifenden  Umorganisation  zum  Zwecke  der
Anpassung  an  die  Kriegenotwendigkeiten.  Bei  diesem  Umbau  hat  man
zwei  verschiedene  Gruppen  der  Industrie  und  ihrer  Organisationen  im
Auge  zu  halten,  die  sich  allerdinge  nicht  ganz  scharf  trennen  lassen,  sondern
vielfach  ineinander  übergreifen.  Man  wird  sie  zunächst  bezeichnen
können  als  solche  mit  tätigem  und  solche  mit  leidendem  Anteil
am  Kriege.

Die  Industrien  mit  tätigem  Anteil  sind  die  eigentlichen  Kriegelieferungeindustrien.
  Im  Interesse  der  Befähigung  des  Heeres  zu
wirksamer  Ourchführung  des  Krieges  müssen  sie  auf  die  größtmögliche
Höhe  der  Arbeitsleistung  gebracht,  muß  vor  allen  Oingen  aber  auch  für
ihre  ausreichende  Bersorgung  mit  allen  nötigen  Rohstoffen  und  Hilfsmaterialien
  gesorgt  werden.  Oa  diese  letztere  Aufgabe  durch  die  weitgehende
  Abschließung  Deutschlande  vom  Weltverkehr  eine  gewaltige
Bedeutung  annahm,  erwies  es  sich  bald  nach  Kriegsausbruch  als  notwendig,
  für  die  Versorgung  der  Kriegeindustrie  besondere  Organisationen
zu  schaffen,  die  entweder  unmittelbar  vom  Staat  in  die  Hand  genommen
oder  aber  doch  durch  ihn  angeregt  und  beaufsichtigt  wurden.

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