312  Industrie,  Handel  und  Verkehr.

Auslande  beschlagnahmte  Nohstoffbestände  in  Berwaltung  zu  nehmen
und  die  ihnen  zweckmäßig  erscheinende  Verteilung  auf  die  Industrie
durchzuführen  unter  besonderer  Berücksichtigung  der  Kriegelieferungeindustrie;
  teile  organisierten  sie  lediglich  das  Verteilungegeschäft  der  in
der  Hauptsache  für  Kriegebedarf  erforderten  und  daher  auch  im  Inlande
beschlagnahmten  Nohstoffe  an  die  verarbeitende  Industrie.  Andere
Kriege-Rohstoffgesellschaften  wiederum  faßten  ihren  Aufgabenkreis
wesentlich  weiter  und  gingen  der  Industrie  auch  mit  Rat  zur  Hand  bezüglich
  der  Beschaffung  von  Ersatzmitteln  für  solche  Rohstoffe,  die  im  Inland
nur  für  die  Deckung  dce  Kriegöbedarfee  vorbanden  sind,  aber  auch  gebraucht
werden  für  Friedeneindustrien,  die  aus  diesem  oder  jenem  Grunde  im
volkswirtschaftlichen  Gesamtinteresse  nicht  ruhen  dürfen.

Hand  in  Hand  mit  diesen  Kriege-Rohstoffgesellschaften  arbeiteten
endlich  Ausschüsse  für  die  Beratung  der  Behörden  und  der  Industrie
über  die  Ausfuhrmöglichkeiten.  Diese  Aueschüsse  prüften  —  unter  Berücksichtigung
  der  behördlichen  bzw.  der  militärischen  wie  auch  der  industriellen
  Interessen  —  die  Eingaben,  die  sich  auf  die  Bewilligung  von
Auefuhrerlaubnis  für  von  einem  allgemeinen  Ausfuhrverbot  betroffene
Waren  beziehen.

Ze  weiter  der  Aufgabenkreis  der  Kriege-Rohstoffgesellschaften  gesteckt
war,  um  so  schwieriger,  aber  auch  um  so  bedeutungsvoller  und  gegebenenfalls
  volkewirtschaftlich  segensreicher  konnten  die  Arbeiten  sich  gestalten.

Der  von  der  deutschen  Wissenschaft  und  der  deutschen  Induftrie  auf
allen  Kriegsgebieten  geleisteten  Arbeit  wurde  durch  das  Kriegeministerium
in  dem  erwähnten  Uberblick  über  die  Arbeit  der  Kriege-Rohstoffabteilung
das  Zeugnis  ausgestellt:  „Nur  eine  so  hoch  entwickelte  IZndustrie  wie  die
deutsche  konnte  die  Umsteuerungen,  welche  die  Kriegewirtschaft  erforderte,
die  Beschränkung  ihrer  bis  dahin  unentbehrlichen  Berbrauchestoffe,  die
Lasten  bedeutender  Experimentationsarbeit  und  vorbildloser  Neuschöpfungen
  gewaltigen  Umfanges  ertragen,  ohne  einen  Augenblick  von
der  Anspannung  aller  Kräfte  abzulassen.  Ihrer  Leistungefähigkeit  durften
die  scharfen  Eingriffe  zugemutet  werden,  die  von  der  Kriegenotwendigkeit
auferlegt  wurden  und  die  es  Oeutschland  ermöglichen,  vom  Auslande
unabhängig  seine  Waffen  zu  schmieden.“

Neben  der  Ordnung  der  Berteilung  hatte  die  Kriege-Rohstoffabteilung
  noch  eine  weitere  Aufgabe,  nämlich  den  Preietreibereien
entgegenzutreten,  wie  sie  sich  gleich  zu  Anfang  des  Krieges  bei  der  beschränkten
  Vorratemenge  herausstellten.

Endlich  entstand  die  Notwendigkeit,  Organisationen  zu  schaffen,
um  die  Bestände  aus  Feindeeland  in  die  Heimat  zu  leiten,  nach
Verwendungegebieten  und  örtlichem  Bedarf  zu  sammeln,  zu  verteilen,