eusschu  der  beusschen  ?  Industrie.  315

Die  schnellste  Verbreitung  der  Lief  schreib  n  des
Staates  und  seiner  einzelnen  Berwaltungszweige  (Militär-,  Post-  Eisenbahnverwaltung
  usw.)  zu  organisieren.

Fortlaufende  Mitteilungen  über  die  für  die  Kriegszeit  erlassenen
Gesetze,  Verordnungen  und  Bekanntmachungen  der  Behörden  zwecks
Aufklärung  der  Industrie  zu  verbreiten  und  Auskünfte  in  Berwaltungeund
  Rechtefragen,  wie  sie  sich  aus  dem  Kriegezustande  ergeben,  zu  erteilen.


Der  für  diese  industriellen  Zwecke  so  besonders  wichtigen  Regelung
des  Arbeitsmarktes  ist  in  anderem  Zusammenhang  bereite  gedacht  worden.
Durch  dauernde  Fühlungnahme  mil  der  im  Reichsamt  des  Innern
errichteten  Arbeitszentrale  war  Gewähr  dafür  gegeben,  daß  die  Arbeitsuchenden
  Aufklärung  erhielten  über  diejenigen  Stellen,  von  denen  sie  Hilfe
und  Vermittlung  erwarten  konnten.

Lebhaft  war  in  industriellen  Unternehmerkreisen  das  Bedürfnie
nach  Befreiung  vom  Waffendienst  für  solche  Personen,  die  leitende
Stellen  im  Industriebetriebe  bekleideten  und  nicht  ersetzt,  auch  nicht
ohne  Gefährdung  des  ganzen  Betriebes  entbehrt  werden  konnten.  Dank
dem  bereitwilligen  Entgegenkommen,  das  gerade  in  dieser  Frage  dem
Kriegeausschuß  von  den  zuständigen  Amtestellen  bewiesen  worden  ist,
ist  in  der  Mehrzahl  der  Fälle,  in  denen  ein  ausreichender  Grund  für  die
Befreiung  vorlag,  dem  Antrage  in  der  ersten  Kriegezeit  entsprochen
worden,  und  es  sind  auf  diese  Weise  manchem  Betriebe  die  für  seine  Fortführung
  notwendigen  Kräfte  erhalten  geblieben,  bis  die  nötige  Anspannung
  aller  militärischen  Kräfte  auch  hier  immer  größere  Lücken  riß.

Unter  den  zu  lösenden  Hauptaufgaben  industriellen  Arbeitsausgleiche.
stand  weiterhin  obenan  die  Fürsorge  für  wohlverteilte  Deckung  des  Bedarfs
  an  Lieferungen  und  an  Aufträgen.  Hauptauftraggeber  für
Kriegebedarf  sind  das  Kriegeministerium  und  das  Reichemarineamt.
Mit  ihnen  setzte  sich  der  Kriegsausschuß  im  Znteresse  der  liefernden
Industrie  in  Verbindung,  um  eine  planmäßige  Regelung  dee  Lieferungswesens
  zu  erzielen.  Zahlreiche  Firmen  und  Handelskammern  wünschten
die  Aueschreibung  von  Lieferungen  für  das  Heer  möglichst  umgehend
kennen  zu  lernen,  und  die  Heeresverwaltung  ihrerseite  wünschte,  beschleunigte
  Kenntnis  von  lieferungsfähigen  Firmen  für  alle  möglichen
Bedarfsartikel  zu  erhalten.  Ee  bedurfte  also  einer  sehr  ausgedehnten
Vermittlertätigkeit  und  der  Fürsorge  dafür,  daß  bei  der  Vergebung  der
Lieferungen  planmäßig  verfahren  und  möglichst  viele  leistungefähige
Firmen  mit  Aufträgen  bedacht  wurden,  um  die  Einstellung  von  Betrieben
infolge  Nichtbeschäftigung  nach  Möglichkeit  hintanzuhalten.  Besonders
lebhafte  Nachfrage  herrschte  nach  Lieferungen  für  Kriegsverpflegung,