Oas  Kriegsamt.  319

sogenannte  Wumba,  die  eigentliche  Zentrale  für  die  Bewirtschaftung
der  Rüstungeindustrie,  das  alle  die  Maßnahmen  zur  Durchführung  zu
bringen  hatte,  die  die  Höchstleistung  unserer  industriellen  Produktion  für
die  Kriegezwecke  ermöglichen  sollte.
Wie  das  Wumbo  sich  einerseits  auf  die  Lieferung  der  Arbeitekräfte
durch  das  Kriegsersatz-  und  Arbeitedepartement  stützte,  so  anderseite
auf  die  Kriege-Rohstoffabteilung,  die  nunmehr  gleichfalls  dem  Kriegsamt
eingeordnet  wurde.  Oie  Tätigkeit  der  Kriege-Rohstoffabteilung  mußte
nach  der  Schaffung  des  Kriegsamtes  immer  weiter  ausgreifen,  da  es
nunmehr  ihre  Aufgabe  wurde,  in  weit  stärkerem  Maße  ale  bisher  alle  überhaupt
  zugänglichen  und  für  die  Rüstungsindustrie  benötigten  Rohstoffe
zu  erfassen  und  nötigenfalls  auch  die  Schaffung  von  Ersatzstoffen  zu  beleben.
  So  erweiterte  sich  in  dieser  neuen  Kriegsperiode  die  Tätigkeit
der  Kriege-Rohstoffabteilung  in  einem  solchen  Umfang,  daß  sie  schließlich
mit  ihrer  Erfassungearbeit  bis  in  den  letzten  Einzelhauehalt  hineingriff.
*  Ferner  wurde  dem  Kriegeamt  eine  Abteilung  für  Ein-  und  Ausfuhr
eingeordnet,  um  besonders  im  Verkehr  mit  den  Neutralen  die  Wahrung
der  kriegswirtschaftlichen  Interessen  ODeutschlands  sicherzustellen,  d.  h.
nicht  nur  die  Ausfuhr  irgendwie  kriegswichtiger  Stoffe  zu  verhindern,
sondern  auch  immer  noch  die  letzten  Reste  von  Möglichkeiten  zu  sichern,
um  kriegenotwendiges  Material  aus  dem  Ausland  bereinzubekommen.
Trotz  der  Beanspruchung  aller  Kräfte  und  aller  Kohle  für  die  heimische
Rüstungeindustrie  mußte  beispielsweise  doch  gerade  im  Znteresse  dieser
letzteren  auch  ein  gewisses  Quantum  von  Kohlenausfuhr  nach  den  benachbarten
  neutralen  Ländern  bereitgestellt  werden,  um  der  deutschen
Wirtschaft  dadurch  unentbehrliche  Rohmaterialien  zu  sichern  und  auch
zu  verbindern,  daß  der  wirtschaftliche  Druck  unserer  Gegner  etwa  noch
weitere  politische  Schäden  in  unserer  nächsten  Nachbarschaft  bewirkte.

Endlich  gebörte  zum  Kriegsamt  eine  Abteilung  für  Volksernährung,
deren  Aufgabe  es  war,  im  Zusammenarbeiten  mit  dem  Kriegs-Ernährungeamt
  die  auereichende  Verpflegung  der  in  der  Kriegswirtschaft  tätigen
Personen,  also  vornehmlich  der  Rüstungearbeiter,  zu  besorgen.  Ze  mehr
die  allgemeine  Volksernährung  unter  den  Dauerwirkungen  der  Blockade
zurückging,  um  so  wichtiger  wurde  es,  die  Zusatzrationen  für  die  schwerund
  schwerstarbeitenden  Rüstungsarbeiter  sicherzustellen.  Bei  den  stellvertretenden
  Generalkommandos  wurden  ferner  als  Unterabteilung  des
Kriegseamtes  sogenannte  Kriegsamtstellen  eingerichtet.

Ole  Hauptaufgaben  der  Kriegeamtstellen,  die  alo  Nachrichtenorganlsationen  des
Kriegsamtee  gedacht  sind,  bestehen  in  der  ständigen  Verbindung  und  Vermittlung  zwischen
Kriegsamt  und  allen  kriegewirtschaftlichen  Betrieben  und  Organlsationen  des  betreffenben
  Korpebezirkes  zwecke  ständiger  wechselseitiger  Unterrichtung  über  die  vorhandenen
dringenden  Bedürfulsse  und  die  Möglichkeiten,  diesen  gerecht  zu  werden.  Der  Vorstand