Mobilmachung  von  Gebrauchsgegenstanden.  323

metalle“,  die  unter  den  Rohstoffen  der  Rüstungeindustrie  eine  besonders
wichtige  Stelle  einnahmen,  von  solchen  Metallen,  auf  deren  Einfuhr  wir
normalerweise  angewiesen  waren,  zeitweise  auch  auf  Metalle  aus,  die
theoretisch  in  unbegrenzter  Menge  in  Deutschland  hergestellt  werden
konnten,  deren  Gewinnung  infolge  der  Knappheit  an  Arbeitskräften,
Kohlen  usw.  aber  schließlich  doch  eine  solche  praktische  Einschränkung
erfuhr,  daß  die  erzeugten  Mengen  haushälterisch  lediglich  nur  für  den
eigentlichen  Kriegsbedarf  verwendet  werden  durften.

Zu  der  Beschlagnahme  der  Lagerbestände  und  der  Mobilmachung
von  Kriegerohstoffen  in  friedensmäßig  verarbeiteten  Formen  aus  Fabrik
und  Haushalt,  aus  öffentlichen  Verkehrsanlagen  und  selbst  Kirchen  gesellte
  sich  die  zwangeweise  Einschränkung  des  Bedarfs  sowohl  der  Zivilbevölkerung
  wie  in  gewissem  Umfange  auch  der  Kriegeindustrie  selbst
an  knappen  Rohstoffen.  Insbesondere  auf  dem  Gebiete  der  Textil-  und
Lederindustrie  bzw.  der  Bekleidung  und  Beschuhung  war  für  die  Zioilbevölkerung
  das  außerordentlich  einschneidende  Bezugscheinsystem
durchgeführt,  das  einerseits  der  Bevölkerung  gleichmäßig  in  allen  Schichten
den  Bezug  der  allernotwendigsten  Bedarfsgegenstände  auf  diesen  Gebieten
  sicherstellen,  gleichzeitig  aber  den  zu  deckenden  Bedarf  aufs  äußerste
einschränken  sollte.  Wo  sich  irgend  die  Möglichkeit  bot,  wurde  zu  Ersatzstoffen
  gegriffen,  und  die  Berwendung  dieser  dadurch  begünstigt,  daß  man
sie  bezugscheinfrei  ließ.

Es  wurde  aber,  wie  gesagt,  nicht  nur  die  Zivilbevölkerung  auf  Ersatz
stoffe  angewiesen,  sondern  auch  die  Rüstungeindustrie  selbst  mußte  sich
in  beträchtlichem  Umfange  auf  Ersatzwirtschaft  einstellen,  insbesondere
bezüglich  der  sogenannten  Sparmetalle,  von  denen  weiterhin  noch  zu
sprechen  sein  wird.

Endlich  aber  begnügte  sich  die  Bewirtschaftung  der  Kriegsrohstoffe
nicht  mit  der  Beschlagnahme,  Ausfuhrbeschränkung  und  Förderung  der
Verwendung  von  Ersatzstoffen,  sondern  sie  bemühte  sich  lebhaft  auch
um  die  Produktionssteigerung,  bzw.  die  stärkere  Verfügbarmachung
der  nötigen  Rohstoffe.  Teils  konnte  die  Produktion  unmittelbar  im  Inlande
  weiter  entwickelt  werden,  da  in  Anbetracht  der  gebotenen  Preise
beispielsweise  die  Wiederinbetriebsetzung  als  unlohnend  aufgegebener
Bergwerke  durchführbar  war,  teile  versuchte  die  deutsche  Militärverwaltung
die  Vorratsteigerung  durch  Förderung  der  Produktion  im  verbündeten
Ausland.  IZnebesondere  wurden  nach  dem  Balkan  und  der  Türkei  deutsche
Bergwerkeingenieure  entsandt,  die  dort  mit  größtmöglicher  Beschleunigung
  Bergwerke  aufschlossen,  um  namentlich  Kupfer  und  Mangan  für  die
Zwecke  der  deutschen  Kriegeindustrie  hereinzuschaffen.

Im  Vergleich  mit  der  Landwirtschaft  bot  die  kriegewirtschaftliche

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