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unterbrochener  Kette.  Die  innere  Krankheit  des  ganzen  kriegewirtschaftlichen
  Soystems  bestand  in  einem  planlosen  Nebeneinander
  von  potenziertem  Staatesozialiosmus  und  im  Sinn
der  Individualwirtschaft  angestachelter  Profitgier.

Wäre  die  ganze  Tragweite  des  feindlichen  Wirtschaftskrieges  und  der
dadurch  bedingten  deutschen  Kriegewirtschaft  von  Anfang  an  klar  erkannt,
wäre  die  nötige  wirtschaftliche  Kriegsvorsorge  nach  allen  Richtungen  hin
durchdacht  worden,  dann  wäre  eb  am  Ende  leicht  gewesen,  in  der
ersten  Begeisterung  der  Mobilmachungezeit  die  Zivildienstpflicht  in  ihrem
ursprünglich  reinen  Sinne  und  eine  straffe  kriegswirtschaftliche  Organisation
  auf  der  ganzen  Linie  im  Zeichen  eines  durch  die  besonderen  Kriegeverhältnisse
  gerechtfertigten  Staatssozialismus  durchzuführen  und  private
Initiative,  Unternehmungelust,  Arbeitseifer,  Erfindungsgeist  und  Mehrproduktion
  anzufeuern  durch  ein  unmittelbares  Prämiensystem,  anstatt
der  Profitsucht  die  Schleichwege  zu  weisen.  So  sind  wir  im  Laufe  des
Krieges  zwar  immer  tiefer  in  die  Zwangsorganisation  hineingeraten,
haben  aber  ein  System  des  Arbeitsantriebes  durch  mehr  oder  weniger
verhüllten  Wuchergewinn  bestehen  lassen.  Wir  gelangten  im  Laufe  der
Kriegswirtschaft  zu  krasser  Ausartung  des  wirtschaftlichen  Sozialismus
und  zugleich  des  raffgierigen  wirtschaftlichen  Individualismus,  bedingt
durch  unzulängliche  Bersorgung,  Schleichhandel  und  den  ganzen  fehlerhaften
  Kreislauf  einer  Kriegeswirtschaft,  die  eine  rechtzeitige  Einstellung
auf  ihre  gewaltigen  Aufgaben  versäumt  hatte.

Die  deutsche  Regierung  beging  in  der  Kriegswirtschaft  denselben
Fehler,  auf  den  wir  in  früheren  Zeiten  beim  Vergleich  deutscher  und
englischer  Methoden  der  Behandlung  fremder  Bölkerschaften  wiederholt
stoßen  konnten:  Während  der  Engländer  beispielsweise  gegenüber  den
Buren  zuerst  mit  äußerster  Schärfe  zugreift,  dann  die  Zügel  lockert
und  die  Wohltaten  eince  freien  Regiments  empfinden  läßt,  pflegt  der
Deutsche  es,  so  in  seiner  West-,  Nord-  und  Ostmarkenpolitik,  zuerst  mit
der  leichten  Hand  zu  versuchen  und  dann,  wenn  er  seine  Herrschaft  unter
diesem  System  nicht  genügend  gesichert  glaubt,  mit  nunmehr  doppelt
hart  empfundener  Strenge  durchzugreifen.  Diese  falsche  Reibenfolge
  von  Freibeit  zum  Zwang  beherrschte  auch  unsere  Kriegswirtschaftspolitik.
  Sie  hätte  aller  Wahrscheinlichkeit  nach  weit  wirksamer
durchgeführt  werden  können,  wenn  bei  Kriegebeginn  in  weitgebendem
Maße  für  die  kriegswirtschaftlichen  Zwecke  der  Staatssozialismus  proklamiert
  und  dann  so  weit  wie  möglich  zum  Abbau  des  Zwanges
geschritten  wäre.  Zu  dieser  raschen  Umstellung  in  die  Kriegswirtschaft
aber  fehlte  die  Vorbereitung,  und  späterhin  machte  sich  die  dauernde
Zunahme  der  wirtschaftlichen  Erschwerungen  durch  den  feindlichen  Wirt-