348  Industrie,  Handel  und  Verkehr.

und  die  anderen  rumänischen  Olfelder  in  der  Tat  ein  Musterbeispiel
des  krassen  Gegensatzes  zwischen  englischer  Konkurrenztötung  und  deutscher
Wirtschaftsbelebung,  und  dieses  Musterbeispiel  wird  für  Deutschland  zeugen,
wenn  des  Krieges  Stürme  ausgetobt  haben,  wenn  die  kleinen  Schützlinge
Englands  zur  Besinnung  gekommen  sind.

Aber  auch  auf  anderen  Gebieten  hat  sich  in  Rumänien  dieser  Gegensatz
  zum  dauernden  Vorteil  des  Landes  selbst  offenbart.  England  hat
in  einem  gewissen  Bereich  jede  rumänische  Fabrik  zerstört,  gleichviel  ob
sic  für  Kriegebedarf  geeignet  war  oder  nicht.  Ee  zeigte  sich  also  deutlich,
daß  England  nicht  nur  die  Absicht  verfolgte,  den  Gegner  zu  schädigen,
sondern  auch  die  Absicht,  die  rumänische  Industrie  im  Interesse  weiterer
Aueodehnung  des  von  England  beherrschten  Marktbereiches  zu  vernichten.
Deutschland  dagegen  hat  in  Rumänien  neue  Industrien  geschaffen,  die
das  Land  bis  dahin  kaum  gekannt.  So  war  beispieleweise  die  Obstverwertung
  nur  eine  ganz  oberflächliche,  verhältnismäßig  wenig  rationelle.
Die  deutsche  Verwaltung  ihrerseits  hat  planmäßig  das  Obst  aus  dem  ganzen
Lande  gesammelt  und  hat  riesige  Obstverwertungsanlagen  geschaffen,
die  nichts  verderben  lassen  und  die  dem  Gesamtwert  der  rumänischen
Obsternte  eine  wesentliche  Erhöhung  geben.  In  solchen  Maßnahmen,
die  während  des  Krieges  und  zunächst  natürlich  für  die  Zwecke  der
deutschen  Kriegführung,  d.  h.  für  die  Verpflegung  des  Heeree,  geschaffen
worden  sind,  sehen  wir  eine  Wirtschaftebelebung,  die  nach  dem  Kriege
für  Rumänien  von  dauerndem  Vorteil  sein  wird.  Auf  dem  Weltmarkt
der  Obsterzeugnisse  wird  dank  dieser  deutschen  Schöpfungen  das  rumenische
Land  nach  dem  Kriege  um  ein  beträchtliches  höher  stehen  als  je  zuvor.

Wie  die  deutsche  Kriegswirtschaft  in  den  besetzten  Gebieten,  so  sei
schließlich  auch  die  deutsche  Kriegewirtschaft  in  den  Kolonien
wenigstens  mit  einigen  kurzen  Bemerkungen  bedacht.  Im  allgemeinen
war  der  Widerstand  der  Kolonien,  die  für  den  Krieg  in  keiner  Weise  vorbereitet
  waren,  ja  nur  von  kurzer  Dauer.  Um  so  höhber  bleibt  für  alle
Zeiten  der  Ruhm  dee  deutsch-ostafrikanischen  Widerstandes,  der  gegen
alles  Erwarten  bis  zum  Augenblick  des  Waffenstillstandes  währte  und
der  nach  dem  Urteil  des  Führere  jener  unvergleichlichen  Heldenschar
noch  mindestens  ein  weiteres  Jahr  hätte  durchgeführt  werden  können.

Auch  Deutsch-Ostafrika  hat  seine  eigene  Kriegswirtschaft  geführt.
Auch  dort  wurde  in  der  Not  mit  allen  möglichen  Ersatzmitteln  gearbeitet;
dort  gelang  unter  schwierigsten  Verhältnissen,  einen  vorzeitigen  Abbruch
des  Feldzuges  aus  wirtschaftlichen  Gründen  zu  vermeiden.

Einem  über  die  erste  Hälfte  des  Krieges  in  Deutsch-Ostafrika  erstatteten
  Bericht  eines  deutschen  Kaufmannes  läßt  sich  entnehmen,  daß
bei  den  Truppen  niemale  Mangel  an  Nahrungemitteln  herrschte,  indem