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oder  Kriegswirtschaftsamtes  die  Richtlinien  aufzustellen  haben,  die  Durchfübrung
  in  der  Praxis  aber  weitgehend  der  Selbstverwaltung  der
Wirtschaftsverbände  überlassen  können  und  sollen.  Aus  der  Geschichte
der  Kriegerohstoffgesellschaften  und  ihres.  Zusammenarbeiteno  mit  den
großen  Wirtschaftsverbänden  werden  sich  für  die  Friedenswirtschaft  die
Lehren  ergeben,  welche  Formen  sich  bewährt,  welche  sich  ale  verbesserungebedürftig
  erwiesen  haben.

Die  aus  der  Kriegewirtschaft  übernommene  Erbschaft  ist  schwer,
und  sic  ist  schier  unerträglich  gemacht  durch  das,  was  sich  weiter  an  sogenannten
  Friedensbedingungen  anknüpfte.  Es  würde  viel  zu  weit
führen,  hier  in  eine  vollständige  Erörterung  der  ganzen  Sozialisierungeprobleme
  einzutreten,  die  uns  die  Umwälzung  nach  der  deulschen  Waffenniederlegung
  gebracht  hat.  Auch  die  eruste  Frage,  inwieweit  es  geboten
oder  rätlich  ist,  im  Zeichen  der  uns  auferlegten  Fronwirtschaft  die  Gemeinwirtschaft
  durchzuführen,  soll  hier  nur  aufgeworfen  werden,  ohne  sie
beantworten  zu  wollen.  Daß  ein  Höchstmaß  wirtschaftlicher  Einordnung
unter  die  Gesamtinteressen  unumgänglich  ist,  darüber  dürfte  Übereinstimmung
  herrschen.  Mit  einem  Rest  von  Liebe  zur  Alrbeit  scheint  sie
angesichts  der  Wandlung  unserer  Arbeit  in  Fronarbeit  aber  wohl  nur
möglich  unter  tkunlichst  weitgehender  Nutzung  des  Systeme  der  Seldftverwaltung.
  Wie  nach  dem  Fall  von  1807  die  Arbeit  an  der  politischen
Selbstverwaltung  das  Volk  wieder  aufrichtete  und  zur  Freude  am
Staate  erzog,  so  wird  es  nach  dem  Sturz  von  1918  vielleicht  einer  verständig
  und  besonnen  durchgeführten  wirtschaftlichen  Selbstverwaltung
  beschieden  sein,  entsprechende  Aufgaben  zu  erfüllen.

Die  Tagesprobleme  des  Rätespstems  und  der  Sozialisierung  sind
abseits  der  Parteikämpfe  unter  den  übergeordneten  Gesichtepunkten  des
Gemeinwohls  in  neue  Formen  zu  gießen,  die  eine  Aussöhnung  der  Gegensätze
  ermöglichen,  im  Zeichen  des  alten  deutschen  Ausegleichstrebene
zwischen  den  IZndividual-  und  den  Sozialrechten.  Hätte  das  deutsche  Volk
in  seiner  breiten  Masse  eingesehen,  daß  wir  durch  das  Niederlegen  der
Waffen  und  durch  die  unbesehene  Annahme  der  Waffenstillstandsbedingungen
  dazu  verurteilt  werden,  dauernd  in  der  Kriegswirtschaft  zu  verharren,
dann  wäre  der  Zusammenbruch  in  der  Weise,  wie  er  geschehen,  wohl
kaum  gekommen.  Nun  müssen  wir  die  harten  Folgen  gemeinsam  tragen
und  müssen  gemeinsam  die  Form  der  Wirtschaft  suchen,  die  uns  das
drückende  Los  erträglicher,  das  Leben  als  Deutsche  noch  einigermaßen
lebenswert  erscheinen  macht.