8  Urgeschichte  der  Deufschen  #u
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bis  zum  Beginn  der  Völkerwanderung.

1.  Die  ersten  Kampfe.

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bs  ist  eines  der  gewaltigsten  und  ergreifendsten  Schauspiele  in  der  Geschichte,  ein

Beweis  für  die  unerbittliche  Logik  derselben,  jener  Zeitpunkt,  da  Germanen  zum  ersten

«  Male  handelnd  und  ihre  Existenzberechtigung  als  Volk  fordernd,  auftraten.  Nicht  in
fabelhaften,  halb  mythischen,  halb  historischen  Anfängen  sich  verlierend  steht  ihre  Geschichte
vor  uns,  tatkräftig,  freilich  auch  sofort  die  Waffen  in  der  Faust,  treten  sie  auf  und  stellen
sich  furchtlos  den  Römern  gegenüber,  die  mit  ihrer  Politik  und  kalten  Klugheit  meinten
diesen  Sturm  aushalten,  diesem  Feind  ruhig  entgegentreten  zu  können.

Im  Jahre  113  v.  Chr.  war  es,  als  man  der  römischen  Regierung  die  Kunde
brachte  von  dem  Volk,  dessen  Männer  hünenhafte  Gestalten,  mit  blonden  Haaren,  blauen
Augen  und  von  gewaltigem  Wuchs  waren.  Auf  Karren  führten  sie  Weib  und  Kind
samt  den  wenigen  Habseligkeiten  die  sie  hatten,  mit  sich,  und  erzählten,  daß  sie  gewaltige
Sturmfluten  aus  der  Heimat  vertrieben.  Cimbern  und  Teutonen  nannte  man  sie,
und  sie  äußerten  einem  römischen  Konsul  gegenüber  den  Wunsch,  einen  Wohnsitz  zu  finden.
Offen  entschuldigten  sie  sich  wegen  des  Einfalls  in  das  norische  Gebiet,  da  sie  nichts  von
der  Freundschaft  der  Noriker  mit  Rom  gewußt  hätten,  und  als  sich  der  römische  Konsul
bereit  erklärte,  ihnen  den  Weg  nach  einer  zur  Ansiedelung  passenden  Gegend  zu  zeigen,
folgten  sie  demselben.  In  den  engen  Bergschluchten  bei  Noreja  jedoch  überfiel  der  Römer
die  Ahnungslosen.  Aber  in  dem  wilden  Kampfe  unterlag  er.  Nur  einem  schrecklichen
Gewitter  verdankte  er  mit  wenigen  Soldaten  seine  Rettung.

Die  Germanen  freilich  standen  davon  ab,  den  Sieg  weiter  auszunützen  und  den
schmählichen  Verrat  nach  Gebühr  zu  rächen.  Mit  den  Ligurinern  und  Toygenern  warfen
sie  sich  nun  in  gewaltigen  Scharen  über  den  Rhein  und  Jura  nach  Gallien,  das  dadurch
in  große  Bedrängnis  kam.  Infolge  der  Verwüstung  aller  Fluren  und  Felder  durch  die
einbrechenden  Germanen,  entstand  eine  große  Hungersnot,  und  die  wenigen  befestigten

Ebner,  Illustrierte  Geschichte  Deutschlands.  2