Das  römische  Kaisertum  und  die  Germanen.  13

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zurück  und  sandte  einen  Teil  der  Reiterei  dem  Rheine  zu,  während  Cäcina  den  Befehl
erhielt,  wenn  auch  auf  wohlbekanntem  Weg  marschierend,  so  doch  so  rasch  wie  möglich
die  „langen  Brücken“  zu  überschreiten.  Ein  schmaler  Steg  zwischen  unabsehbaren  Sümpfen
bildete  den  Weg  des  Heeres  in  einem  morastigen  Lande,  das  voll  zähen,  dicken  Schlammes
und  gefährlich  wegen  versteckter  Bäche,  überall
Unheil  drohte.  Und  auf  den  waldbewachsenen
Höhen  stand  Armin.  In  schnellem  Marsche  war
er  den  Soldaten  zuvorgekommen,  und  Cärcina,
dem  nun  die  schwere  Aufgabe  zugefallen  war,
die  vor  Alter  eingesunkenen  Brücken  wieder  herzustellen,
  und  zugleich  die  Angriffe  des  Feindes
abzuwehren,  beschloß  ein  Lager  aufzuschlagen,
und  von  hier  aus  die  Arbeit  und  den  Kampf  zugleich
  zu  beginnen.

Auf  germanischer  Seite  hatte  indessen,  wie
vorher  und  nachher  so  oft,  Meinungsverschiedenheit
  geherrscht.  Armin  riet,  die  Römer  auszuhungern
  und  dann  niederzumachen,  allein  ihm
stellte  Inguiomerus  seinen  den  Germanen  viel  gelegeneren
  Plan  gegenüber,  in  raschem  Angriff  das
römische  Lager  zu  nehmen.  Und  dieser  Plan  wurde
unglücklicherweise  angenommen.  Sobald  der  Tag
begann,  füllten  die  Germanen  den  Graben  aus,
warfen  Reisig  hinein,  und  arbeiteten  sich  so  zu
dem  Walle  hinan,  auf  dem  sie  nur  einzelne
Soldaten  erblickten.  Aber  mit  einem  Male  tönte
hinter  ihnen  das  Geschrei  der  Feinde  und  das
Schmettern  ihrer  Trompeten.  Im  Sturm  warfen
sie  sich  den  Germanen  in  den  Rücken  und  diese
sielen,  wie  im  Glück  unersättlich,  so  unvorsichtig
im  Unglück.

Germanicus,  der  indessen  mit  seinen  Truppen
auch  allerlei  Ungemach  auszustehen  gehabt  hatte,
fuhr  durch  den  sogenannten  Drufuskanal  in  die
offene  Nordsee  bis  zur  Ems.  Am  Weserfluß
standen  sich  dann  Römer  und  Cherusker  gegenüber
  und  in  der  Ebene  Idistaviso  im  Jahre  *•’*-  ·  «

15  n.  Chr.  begann  der  Kampf,  dessen  Erfolg  für  Germane=  römische  Feldzeichen  vernichtend.
..  .  ·.  —.  Statue  von  Karl  Schlüter.
die  Römer  ein  großer  und  unblutiger  Sieg  war.

Auf  dem  Schlachtfeld  wurde  von  ihnen  aus  den  von  den  Germanen  erbeuteten  Waffen
eine  Trophäe  errichtet,  die  in  ihrer  Unterschrift  die  Namen  der  besiegten  Stämme
nannte.

Und  nichts  mochte  den  Germanen  ein  schmerzlicherer  Anblick  sein,  als  eben  gerade
diese  Siegeszeichen.  Bei  diesem  Denkmal  ihrer  Schmach  flammte  der  Kampfesmut  von
Neuem  hell  in  ihnen  auf,  und  alle,  Alt  und  Jung,  Vornehm  und  Gering  griffen  zu