Das  römische  Kaisertum  und  die  Germanen.  15

wenn  nicht  sein  Oheim,  Inguiomerus,  der  es  unter  seiner  Würde  erachtete,  seinem  Neffen  zu

gehorchen,  mit  seiner  Schar
zu  Marbod  übergetreten
wäre.  Aber  der  Kampf
war  nun  ein  anderer  als
früher;  die  Germanen
hatten  von  den  Römern
die  Kunst  der  Schlacht
kennen  gelernt,  nicht
planlos  wie  einst,  griffen
sie  hie  und  da  in  vereinzelten
  Haufen  an,  sie
hatten  sich  daran  gewöhnt,
den  Feldzeichen  zu  folgen,
und  sich  durch  Nachhut  zu
sichern,  und  auf  des  Feldherrn
  Wort  zu  häören.
Hoch  zu  Roß  musterte
Armin  seine  Scharen;
von  der  wiedererkämpften
Freiheit  sprach  er,  von
den  niedergehauenen  Legionen,
  er  wies  hin  auf
die  Waffen  und  Geschosse
der  Römer,  die  noch  in
vielen  Händen  waren.
Einen  Feigling  hingegen
  nannte  er  Marbod,
keine  Schlacht  habe  er
gesehen,  des  hercynischen
Waldes  Schlupfwinkel
habe  er  seine  Verteidiger
  sein  lassen,  und
bald  durch  Geschenke  und
Gesandte  einen  Vertrag
erbettelt;  ein  Verräter
des  Vaterlandes,  ein  Trabant

  des  Caesar  sei  er,  und

mit  derselben  Erbitterung
müßte  er  aus  dem  Lande
gejagt  werden,  mit  der
sie  den  Quintilius  Varus
getötet  hätten.  Auf  der
anderen  Seite  ließ  es  auch

Marbod  nicht  an  allerlei  Schmähungen  fehlen.

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Nach  dem  Gemälde  von  O.  Knille.

Erste  Landung  der  Römer  in  den  Marschen.

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Mit  wilder  Wucht  stießen  die  beiden  Heere