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Das  Reich  der  Frauken  und  seine  Verfaslung.

3.  Dus  Reich  der  Franken  und  seine  Verfassung.

Wenn  wir  in  dem  raschen  Gang  der  Geschichte,  in  der  ein  gewaltiges  Ereignis
das  andere  ablöst,  Halt  machen,  und  einen  Ueberblick  zu  gewinnen  suchen,  über  die  nun
herrschenden  Zustände  im  Frankenreich,  dem  Erben  alles  dessen,  was  die  VBölkerwanderung
gezeitigt  hat,  so  haben  wir  uns  vor  allen  Dingen  die  großartige  Bedeutung  desselben
vor  Augen  zu  stellen.  Germanische  Stämme  hatten  mitten  unter  der  römisch-gallischen
Bevölkerung  sich  in  dauernden  Wohnsitzen  niedergelassen,  im  Süden  die  Westgoten,  im
Onen  die  Burgunder,  und  im  Norden  und  Westen  die  Franken.  Dem  regen  Wechselch

  schottische  Mönche.  Nach  dem  Gemälde  von  Fr.  Schwörer.

verkehr  zwischen  den  beiden  verschiedenartigen  Elementen  gelang  es  im  Laufe  der  Jahrhunderte,
  die  Unterschiede  auszugleichen  und  allmählig  ein  großes  Ganzes,  das  freilich
ein  ganz  neues  Gepräge  zeigte,  zu  bilden.  Nicht  als  ob  die  Germanen  so  sehr  die
Barbaren  gewesen  wären,  wie  man  sie  von  romanischer  Seite  hinzustellen  liebte;  wir
besitzen  freilich  gerade  aus  diesen  Jahrhunderten  nur  spärliche  Ueberreste  aus  ihrem
geistigen  Leben,  aber  wir  wissen  von  den  Sängern  und  Dichtern,  welche  die  Heldentaten
der  Ahnen  verkündend  die  Lande  durchzogen,  und  nicht  wenig  zur  Verschmelzung  der
Volkselemente  beitrugen;  wir  kennen  das  auch  noch  in  seinen  Trümmern  gewaltige
Heldenlied,  das  freilich  mit  den  geschichtlichen  Tatsachen  manchmal  willkürlich  schaltend
und  waltend  doch  zeigt,  wie  auch  dem  Germanen  die  Heldengröße,  die  geistige  wie  die
körperliche  Kraft  eine  Begeisterung  zu  geben  vermochte,  die  in  mächtigen  Tönen  in  der
Poesie  des  Heldengesanges  ausklingt.  Etzel  der  Hunnenkönig  und  Dietrich  von  Bern,