siarl  der  Große  und  seine  Zeit.  65

selbst  herüber  in  das  fränkische  Gebiet.  Rasch  kam  Karl  mit  einem  großen  Heere  über
sie,  durchzog  das  Land  der  Westfalen  mit  Feuer  und  Schwert,  gewann  mit  List  die  Veste
Eresburg  am  rechten  Ufer  der  Diemel  im  Paderbornschen  und  zerstörte  das  altsächsische
Nationalheiligtum,  die  Irminsäule.  An  der  Weser  ward  ein  Vergleich  geschlossen.  Die
Sachsen  gaben  zwölf  Geiseln,  und  Karl  führte  sein  Heer  zurück.

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Karls  des  Großen  Einzug  in  Pavia.  Von  Alfred  Rethel.
Mit  Genehmigung  der  Photographischen  Gesellschaft  in  Berlin.

In  der  Sachsen  Freiheit  und  Glauben  hatte  Karl  mit  starker  Hand  gegriffen.  Nun
war  es  kein  gewöhnlicher  Kampf  und  Streit  mehr;  es  mußte  ein  Nationalkrieg,  ein
heiliger  Krieg  werden.  Trieb  die  Franken  und  ihren  König  Glaubenseifer  und  Herrschund
  Ruhmsucht  und  die  Begier  nach  Beute,  so  begeisterte  die  Sachsen  der  Gedanke  an
die  alte  Freiheit  und  der  Väter  alten  Glauben.  Ihre  Religion,  ihre  Heiligtümer  waren
mit  dem  Charakter,  mit  der  ganzen  Art  und  Verfassung  dieses  kriegerischen  Volkes
verwachsen.  Sie  kannten  bisher  in  ihren  Gauen  keinen  Priester  und  keinen  bevorrechteten
Adel,  keine  erbliche  Fürstenwürde,  keine  Zehnten  und  keine  Steuern.  Alles  das  wollten

Ebner,  Illuftrierte  Geschichte  Deutschlands.  6