76  Die  Franken  und  Karolinger.

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tragen,  welche  seine  Gemahlin  und  seine  Töchter  gesponnen  hatten.  Die  Garderobe  wie
die  ganze  Hauswirtschaft  besorgte  und  überwachte  die  Kaiserin,  einfach  in  Sitte  und
auherer  Erscheinung  wie  er;  als  Vergnügungen  liebte  Karl  Reiten  und  Fechten,  gefahr-.
  volle  Jagden,  besonders  in  den
Vogesen  und  Ardennen,  und  ge—
meinsames  Schwimmen,  meist  in
den  Bädern  von  Aachen.  Bis  in
die  letzten  vier  Jahre  erfreute  er
sich  einer  kräftigen  Gesundheit,
ernsthaft  war  er  niemals  krank.
Von  einem  seiner  Freunde,
dem  Franken  Angilbert,  besitzen
wir  das  Fragment  einer  Dichtung,
behandelnd  eine  Jagd  in  der  Nähe
von  Nachen.  Frisch  und  lebendig
ist  die  Schilderung  Karls  und  seiner
Umgebung:  „Nahe  der  Stadt  liegt,
umschattet  von  dem  breitästigen,
grünen  Wald,  eine  üppige  Wiese,
welche  ein  Bach  durchrieselt.  Hier
im  schattigen  Hain  und  auf  der
grünenden  Aue  pflegte  Karl  der
Vater  und  ehrwürdige  Held,  am
frohen  Waidwerk  sich  zu  ergötzen,
mit  den  Hunden  das  Wild  zu  erjagen,
  und  mit  dem  schwirrenden
Pfeil  den  Hirsch  zu  erlegen.
Wenn  glänzenden  Strahles
die  Sonne  sich  erhebt,  und  das
Licht  der  Morgenröte  mit  feurigem
Schein  über  die  Berge  eilt,  und
die  steilen  Felsschroffen  und  Berghäupter
  verklärt,  dann  versammelt
sich  die  jagdfrohe  Jugend  vor  des
Königs  Palast,  und  wartet  an  der
untersten  Schwelle  der  Schar  der
Edlen.  Lärm  ertönt  und  lauter
Ruf  erschallt  durch  die  Stadt,  und
Schwert  Karls  des  Großen.  Nach  Bock.  hallt  wider  von  Haus  und  Halle.
Roß  wiehert  gegen  Roß,  und
mit  hellem  Rufe  tummelt  sich  die  Menge  der  Knechte.  Hier  harrt  auch  Karls  Roß  seines
Gebieters.  Geziert  mit  Gold  und  glänzendem  Schmuck,  schüttelt  es  in  froher  Erwartung,
den  König  zu  tragen,  die  Mähne,  und  freut  sich  der  Fahrt  ins  Waldgebirge.
Endlich  tritt  Karl  heraus,  alles  überragend.  Herrlich  glänzt  sein  Antlitz,  leuchtend
überschaut  sein  Blick  die  versammelte  Menge.  Ein  goldener  Reif  schmückt  ihm  das  edle

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