Heinrich  II.  (der  heilige).  109

aber  hielt  sich  Arduin  doch,  und  der  Kampf  schwankte  herüber  und  hinüber,  so  daß  erst
im  Jahre  1015  die  eiserne  Krone  für  Arduin  ganz  verloren  war,  und  er  sich  in  ein
Kloster  flüchten  mußte.  Heinrich  II.  aber  schmückte  sich  nun  mit  der  lombardischen  Krone
und  mit  der  Krone  und  dem  Namen  des  römischen  Kaisertums.  Doch  es  blieben  Kronen
ohne  Herrschaft,  Königs=  und  Kaisertitel  ohne  den  Gehorsam  der  Lombarden  und  Römer.
Die  Städte  und  die  großen  Vasallen  in  Oberitalien  lebten  ganz  unabhängig,  und  im
unteren  Italien  gewannen
die  Normannen  immer  mehr
Boden  und  Macht,  wie  Griechen
  und  Sarazenen.  Deutschland
  selbst  aber  war  von
inneren  Fehden  zerrissen,
Lothringen  beinahe  immer
im  Aufstand.  Boleslav,  der
Polenherzog,  fiel  in  die  Länder
  diesseits  der  Oder  ein,
und  behauptete  dem  Kaiser
zum  Trotz  die  Lausitz.  Dem
energischen  Auftreten  Heinrichs
  gelang  es  indessen,  den
Polenherzog  zum  Frieden  zu
bewegen,  und  zu  Merseburg
erschien  dieser  nun  im  festlichen
  Aufzug,  bekannte  sich,
indem  er  dem  Kaiser  das
Schwert  voraus  trug,  als
dessen  Vasallen  und  wurde
mit  dem  Lausitzer  und
Witzener  Lande  belehnt.
Während  nun  Boleslav
ostwärts  gegen  das  russische
Reich  zog,  rüstete  sich  Heinrich
  zu  einer  Heerfahrt  nach
Italien,  um  dieses  Reich  zu
sichern,  und  sich,  wie  schon

kurz  gesagt,  die  Kaiserkrone  Kaiser  Heinrich  II.  und  Kunigunde.  Statuen  im  Dom  zu  Bamberg.

zu  holen.  In  Rom  hatte  Nach  Grote,  Geschichte  der  deutschen  Kunst.
sich  Johann  Crescentius,  ein

Sohn  des  enthaupteten  Edelmanns,  der  weltlichen  Herrschaft  bemächtigt,  und  herrschte  nun
als  „Patrizius“  über  die  Stadt.  Schon  lang  aber  war  den  drei  Grafen  von  Tuskulum,  die
wie  gierige  Raubfalken  ein  Auge  auf  die  Stadt  hatten,  Crescentius  ein  Stein  des  Anstoßes,
und  als  nun  er  und  der  Papst  kurz  hintereinander  starben,  entstand  ein  heftiger  Streit
um  die  Papstwahl.  Die  Crescentier  hatten  einen  Römer  Gregor  gewählt,  aber  die
Tuskulaner  hatten  die  Stadt  erstürmt,  und  den  Jüngsten  von  ihnen  Benedikt  VIII.  auf
den  päpstlichen  Thron  erhoben,  während  Gregor  nach  Deutschland  geflohen  war,  um  bei

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