Heinrich  III.  123

Suidger  von  Bamberg  als  Clemens  II.  (1046—1049)  auf  den  päpstlichen  Stuhl.
Dieser  krönte  sofort  den  König  und  seine  Gemahlin  mit  der  Kaiserkrone,  und  Heinrich
zog  nun  nach  Unteritalien,  wo  die  Söhne  Tancreds  von  Hauteville,  Wilhelm  der  Eisenarm
und  Drogo,  den  Griechen  vernichtende  Schläge  beigebracht  und  denselben  fast  ganz  Apulien
genommen  hatten,  worauf  Wilhelm  der  Eisenarm  von  Waimar  von  Salernozum  Grafen  von
Apulien  eingesetzt  worden  war.  Das  war  der  Anfang  der  Normannenherrschaft  in  Apulien,
und  Kaiser  Heinrich  nahm  die  von  den  Normannen  gemachten  Eroberungen  in  Schutz,  indem
er  den  Normanen  Raidulf  mit  Aversa,  und  nach  Wilhelms  Tode  Drogo  mit  Apulien  belehnte.

Zurückgekehrt  nach  Deutschland  mußte  der  Kaiser  eine  Empörung  Gottfrieds  des
Bärtigen,  der  sich  mit  dem  Grafen  Balduin  von  Flandern  und  Dietrich  von  Holland
verbunden  hatte,  niederschlagen.  Sein  Zug  nach  Holland  (1047)  war  freilich  nicht  glücklich,
  und  überall  zeigte  sich  deswegen  Empörung.  In  Ungarn  und  Polen,  Burgund,
und  Ober=  und  Unteritalien,  nicht  zum  wenigsten  in  Rom  regte  sich  gegen  das  erdrückende
Uebergewicht  des  Kaisers  der  Widerstand.  Sogar  im  Innern  des  Reiches,  und  namentlich
in  Sachsen  entstanden  bedenkliche  Unruhen.  Schritt  für  Schritt  suchte  Heinrich  wieder
festen  Boden  zu  gewinnen;  das  Herzogtum  Schwaben  wurde  dem  in  Treue  erprobten
Markgrafen  Otto  von  Schweinfurt  gegeben,  durch  ein  Schutz=  und  Trutzbündnis  mit  dem
dänischen  König  Svend  sicherte  er  sich  gegen  einen  Aufstand  der  Sachsen  und  schloß  mit
dem  König  von  Frankreich  ein  Friedens=  und  Freundschaftsbündnis,  wodurch  er  Gottfried
von  Oberlothringen  die  Hoffnung  auf  französische  Unterstützung  nahm,  so  daß  sich  dieser
nun  auf  Gnade  und  Ungnade  ergab.  Ebenso  wurde  Heinrich  in  Rom,  wo  sich  nach
Clemens  II.  Tod  wieder  die  Tusculaner  geregt  hatten,  wieder  Herr  der  Lage;  denn  die
Römer  baten  den  Kaiser  als  Patricius  um  die  Neubesetzung  des  römischen  Stuhls  und
Heinrich  ernannte  zuerst  Damasus  II.  und  nach  dessen  schnellem  Tode  den  Bischof  Brun
von  Toul  als  Leo  IX.  (1049—1054)  zum  Payst.

Seine  ganze  Vergangenheit  band  Leo  IX.  an  das  Kaiserhaus,  mit  Hingebung  und
Verehrung  hing  er  an  Heinrich  III.,  mit  dem  er  sich  in  seinen  Bestrebungen  und  Zielen  eins
wußte;  und  als  nun  am  11.  November  1050  die  Kaiserin  Agnes,  die  ihrem  Gemahl  bisher  nur
Töchter  geboren  hatte,  eines  Knäbleins  genas,  da  war  auch  Heinrichs  höchster  Wunsch  erfüllt.

Gar  zu  lange  freilich  konnte  er  sich  der  Freude  darüber  nicht  hingeben.  Die  Feldzüge
der  nächsten  Jahre  gegen  die  Ungarn  ermutigten,  da  ihr  Verlauf  für  Heinrich  nicht  immer  ein
günstiger  war,  die  Stammesfürsten  von  Neuem  zum  Widerstand.  Hennegau  blieb  von  den
flandrischen  Grafen  besetzt,  Herzog  Gottfried  hegte  von  neuem  die  Hoffnung  sein  väterliches
Erbe  zu  gewinnen,  und  in  Bayern  sah  sich  Heinrich  genötigt,  den  Herzog  Konrad,  der
in  eine  Fehde  mit  dem  Bischof  Gerhard  von  Regensburg  verwickelt  war,  abzusetzen.
Konrad  war  zu  König  Andreas  nach  Ungarn  geflohen,  und  es  gelang  ihm  diesen  aufs  neue  zum
Kampf  gegen  Heinrich  zu  bewegen.  Mit  einem  wilden  Kriegshaufen  fiel  Konrad  in  Kärnten
ein,  und  auch  in  Bayern  gelang  es  ihm,  Empörung  anzustiften.  Doch  als  Heinrich  selbst
in  den  bedrohten  Ostländern  erschien,  Konrad  ächtete,  und  seine  Güter  einzog,  änderte  sich
bald  die  Lage.  Der  Kaiser  übertrug  Bayern  seinem  Sohn,  zu  dessen  Vormund  er  den
Bischof  von  Eichstädt  wählte,  und  auch  in  Kärnten  war  die  Ruhe  bald  wieder  hergestellt.

Auch  in  Italien  hatte  sich  indessen  die  Lage  der  Dinge  für  den  Kaiser  nicht  günstig  entwickelt.
  Herzog  Waimar  von  Salerno  war  als  Opfer  einer  Verschwörung  gefallen,  und  als
nach  dem  Tode  des  Markgrafen  Bonifazius  von  Tuscien  dessen  Witwe  dem  Herzog  Gottfried
von  Lothringen  die  Hand  reichte,  waren  für  Heinrich  die  Verhältnisse  bedenklich  geworden.