lothar  von  Sachsen.  141

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Sofort  nach  seiner  Wahl  hatte  Lothar  eine  Gesandtschaft  nach  Rom  geschickt,  um
sich  die  päpstliche  Anerkennung  zu  erbitten,  und  sich  auch  zu  einer  Schmälerung  der  im
Wormser  Konkordat  dem  Kaiser  zugestandenen  Rechte  bereit  erklärt.

Trotzdem  nun  Friedrich  von  Schwaben  endlich  auch  Lothars  Wahl  anerkannt  hatte,
sah  er  sich  doch  nicht  veranlaßt,  sich  demselben  gegenüber  seiner  Rechte  zu  begeben.  Als
der  Erbe  Heinrichs  V.  fing  er  nun  an,  sich  aller  Güter  desselben  zu  bemächtigen,  und
da  Heinrich  viele  Besitztümer  und  Lehen  der  gegen  ihn  kämpfenden  Fürsten  an  sich  gezogen,
  oder  andere  gegen  Reichsgut  eingetauscht  hatte,  so  entstand  auf  dem  Reichstag
  zu  Regensburg  sofort  die  Frage,  ob  diese  Errungenschaften  Privatbesitz  des  Königs
gewesen  seien  oder  dem  Reiche  angehören.  Die  anwesende  Geistlichkeit  entschied  sich  dabei
für  das  Vorrecht  des  Reiches,  allein  Friedrich  anerkannte  dasselbe  nicht,  erschien  auch
nicht  auf  einem  neuen  nach  Straßburg  einberufenen  Reichstag  und  wurde  deshalb  im
Jahre  1126  in  die  Reichsacht  getan.

Um  dem  mächtigen  Feind  wirksam  entgegentreten  zu  können,  suchte  nun  Lothar
stützende  Verbindungen  und  fand  dieselben  auch  bei  dem  welfischen  Herzogshause  in
Bayern.  Schon  bei  der  Wahl  war  Heinrich  der  Schwarze  seinem  Schwiegersohn  entgegengetreten,
  und  sein  Nachfolger  Heinrich  der  Stolze  ließ  sich  nun  von  Lothar  ganz
für  seine  Sache  gewinnen,  als  dieser  ihm  seine  einzige  Tochter  Gertrud,  die  einstige
Erbin  der  supplinburgischen,  braunschweigischen  und  nordheimischen  Güter  vermählte.

Der  Versuch,  Nürnberg  zu  erobern,  scheiterte  an  dem  tapferen  Widerstand  der  Belagerten.
  Friedrich  hatte  an  seinem  Bruder  Konrad  eine  kräftige  Stütze,  und  überall  in
Süddeutschland  gewann  die  Sache  der  Hohenstaufen.  Er  trat  gegen  Lothar  als  Gegenkönig
  auf  und  eilte  im  Frühjahr  1128  über  die  Alpen,  um  sich  dort  Anhang  zu  verschaffen.
  Wenn  auch  Papst  Honorius  II.  den  Bann  über  ihn  aussprach,  so  hielt  das  die
Mailänder  doch  nicht  ab,  ihn  freudig  zu  empfangen,  und  als  König  in  ihrer  Stadt  zu
begrüßen.  Allein  der  Fortgang  hielt  nicht,  was  der  Anfang  versprochen  hatte  und
Konrad  sah  sich  bald  genötigt  aus  Italien  heimzuziehen.

In  Deutschland  hatte  indessen  der  Bürgerkrieg  gewütet.  Die  Geistlichkeit  stand
zumeist  auf  Seiten  Lothars,  während  die  Fürsten  zu  Friedrich  hielten.  Von  Stadt  zu
Stadt  mußte  dieser  vor  Lothar  fliehen,  und  als  Speier,  welches  von  der  zweiten  Gemahlin
  des  Hohenstaufen  tapfer  verteidigt  wurde,  dem  König  in  die  Hände  fiel,  da  war
allem  Anschein  nach  die  Sache  der  Schwaben  dem  Untergang  nahe.  Ueberall  war  Lothar
siegreich,  allein  wenn  ihm  hier  auch  das  Glück  treu  war,  so  schien  es  ihn  dagegen  in
Italien  verlassen  zu  wollen.  Noch  während  er  Nürnberg  belagerte,  waren  aus  JItalien
Gesandte  zu  ihm  gekommen,  die  seine  Entscheidung  in  den  nach  dem  Tode  des  Honorius
ausgebrochenen  Streitigkeiten  verlangten.  Wieder  einmal  standen  sich  zwei  Päpste  gegenüber,
  Innocenz  II.  und  Anaklet  II.,  Innocenz  mußte  fliehen,  und  wenn  ihn  auch  Lothar
anerkannte,  so  nützte  das  doch  ohne  bewaffnete  Hilfe  garnichts.  In  Büttich  traf  er  mit
Lothar  zusammen  und  dieser  versprach  ihn  mit  bewaffneter  Macht  nach  Rom  zurückzuführen.
  Aber  erst  im  August  des  folgenden  Jahres  konnte  Lothar  mit  einer  kleinen
Schar  über  die  Alpen  ziehen  und  es  gelang  ihm,  am  3.  April  1133  in  Rom  einzurücken,
wo  er  von  Innocenz  mit  seiner  Gemahlin  Richenza  gekrönt  wurde.  Allein  Anaklet  saß  unüberwunden
  auf  seinen  Schlössern,  und  spottete  in  der  Engelsburg  seiner  Feinde,  denen
St.  Peter,  der  herkömmliche  Krönungsort  verschlossen  blieb.  So  sah  sich  denn  Lothar  bald
gezwungen  nach  Deutschland  zurückzukehren,  nachdem  er  zuvor  noch  vom  Papste  für  sich