Die  Pohenstaufen  in  Deutschlond

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Konrad  III.  1138—1152.

einrich  von  Bayern  war  es,  der  nach  dem  Tode  Lothars  die  ersten  Ansprüche
«  zu  haben  glaubte.  In  seinen  Händen  befanden  sich  die  Reichsinsignien  „er  verboand

  mit  der  Herzogswürde  in  Bayern  und  Sachsen  das  reichste  Allodialgut  in
beiden  Ländern,  ihm  war  die  Markgrafschaft  in  Toscana  als  päpstliches  Lehen  zugesichert
worden,  mit  stolzem  Munde  rühmte  er  von  sich,  daß  seine  Besitzungen  vom  Mittelmeer
bis  zur  Ostsee  reichten,  dabei  war  er  ein  Mann  von  Kraft  und  ritterlichem  Wesen,  ebenso
geschickt  in  seinen  Landen  Frieden  und  Ordnung  zu  halten,  als  in  der  Schlacht  die
Kriegsscharen  zu  leiten  und  das  Schwert  zu  führen.  Aber  es  fehlte  ihm  die  Gabe,  sich
die  Gunst  und  Freundschaft  anderer  zu  erwerben.“

Um  nun  der  Möglichkeit  einer  Wahl  Heinrichs  zuvorzukommen,  beschloß  man  einen
außergewöhnlichen  Schritt:  In  der  Peterskirche  zu  Lützel-Koblenz  versammelten  sich  die
Häupter  der  staufischen  Partei,  riefen  Konrad  von  Hohenstaufen  zum  König  aus  und
sechs  Tage  später  wurde  dieser  im  Dome  zu  Aachen  geweiht  und  gekrönt.

So  ungesetzlich  auch  die  Wahl  selbst  war,  so  war  doch  Konrads  Persoönlichkeit
darnach  angetan,  dies  vergessen  zu  lassen,  und  als  er  zu  Pfingsten  in  Bamberg  seinen
ersten  Reichstag  hielt,  um  sich  dort  zugleich  nochmals  krönen  zu  lassen,  sah  er  die  meisten
deutschen  Fürsten  um  sich  geschart.  Selbst  aus  Sachsen  waren  zahlreiche  Bischöfe  und
Volkshäupter  erschienen,  neben  der  verwitweten  Kaiserin  Richenza  Herzog  Albrecht  der
Bär  und  nur  Heinrich  der  Stolze  mit  seinem  Anhang  und  dem  Erzbischof  von  Salzburg
war  fern  geblieben.

Die  Erfolglosigkeit  eines  Widerstandes  mußte  er  freilich  sofort  einsehen,  und  lieferte
deshalb  auch  die  Reichsinsignien  an  Konrad  aus,  sah  sich  aber  in  der  Hoffnung,  daß
man  ihm  seine  Besitztümer  lassen  werde,  getäuscht.  Denn  auf  einer  Zusammenkunft  in
Augsburg  erklärte  Konrad,  daß  er  die  Vereinigung  zweier  Herzogtümer  in  einer  Hand
niemals  billigen  könne,  und  als  Heinrich,  der  mit  starker  bewaffneter  Macht  erschienen