144  Die  hohenaufen  in  Deutschland.

war,  sich  zu  eine  Abtretung  nicht  verstehen  wollte,  floh  der  König  heimlich  bei  Nacht  nach
Würzburg  und  sprach  von  dort  die  Acht  über  den  Herzog  aus,  nachdem  er  zuvor  Sachsen
an  Albrecht  den  Bären  verliehen  hatte.

Ein  neuer  Bürgerkrieg  brach  nun  in  Deutschland  aus.  „Hie  Welf,  hie  Waiblingen,“
war  der  Schlachtruf,  der  im  Anfang  nur  im  engeren  Sinne  die  Welfen  und  die  Hohenstaufen
  umfassend,  sich  bald  zum  Gegensatz  zwischen  kirchlicher  und  weltlicher  Macht
ausbildete.

Albrecht  der  Bär  fand  bei  seinen  Versuchen,  die  sächsischen  Städte  zu  besetzen
überall  Widerstand,  und  mußte  bald  Sachsen  verlassen,  um  beim  König  Hilfe  zu  suchen.
Dieser  erklärte  auf  einem  Reichstag  in  Straßburg  Heinrich  nun  auch  des  Herzogtums
Bayern  für  verlustig,  und  verlieh  dasselbe  seinem  Halbbruder  Leopold  V  von  Oesterreich.
Bei  Kreuzburg  an  der  Werra  standen  sich  beide  Heere  gegenüber,  als  es  den  Bischöfen,
namentlich  Adalbert  von  Trier  gelang,  einen  Waffenstillstand  und  einen  friedlichen  Vergleich
  zustande  zu  bringen.  Auf  einem  Fürstentage  zu  Worms  sollte  Heinrichs  Sache
entschieden  werden,  und  schon  rüstete  sich  dieser  um  seine  Rechte  auch  gegen  Leopold  zu
verteidigen,  als  er  am  20.  Oktober  1139  in  Quedlinburg  unerwartet  schnell  starb,  nachdem
  er  zuvor  noch  seinen  zehnjährigen  Sohn  Heinrich  dem  Schutze  der  Sachsen  empfohlen
hatte.  Die  Kaiserin  Richenza  an  der  Spitze,  erhob  sich  Sachsen  nun  von  neuem  gegen
Albrecht,  allein  weniger  erfolgreich  war  der  Kampf  der  Welfen  in  Bayern  gegen  Leopold,
ja  Welf  VI.,  des  verstorbenen  Heinrichs  Bruder,  wurde  bei  Weinsberg,  welches  von
Konrad  belagert  wurde,  geschlagen,  und  verlor  den  größten  Teil  seiner  Leute.  Als  aber
bald  darauf  die  Kaiserin  Richenza  und  nach  ihr  Leopold  von  Oesterreich  starben,  gelang
es  dem  Erzbischof  Markolf  von  Mainz,  eine  Aussöhnung  zu  erreichen.

Auf  einem  glänzenden  Reichstag  zu  Frankfurt  am  3.  Mai  1142  verzichtete  Heinrich
der  Löwe  auf  Bayern,  wurde  dagegen  mit  Sachsen  belehnt;  Albrecht  der  Bär  erhielt
seine  Würde  und  Besitztümer  ungeschmälert  zurück,  und  Leopolds  Bruder  Heinrich  mit  dem
Beinamen  „Jasomirgott“  wurde  Markgraf  von  Oesterreich  und  der  Gemahl  der  Mutter
Heinrichs  des  Löwen,  der  Herzogin  Gertrud.

Wenn  nun  auch  endlich  dieser  siebenjährige  Krieg  ein  Ende  gefunden  hatte,  so  war
damit  doch  Konrad  seiner  Feinde  noch  nicht  ledig.  Böhmen  und  Polen  machten  dem
König  viel  zu  schaffen,  auch  in  Bayern  und  Sachsen  dauerte  der  Krieg  noch  immer  fort,
Lothringen  und  Burgund  kümmerten  sich  wenig  um  den  deutschen  König,  und  in  Italien
war  das  Ansehen  desselben  tief  gesunken.

Indessen  bereitete  sich  die  abendländische  Christenheit  zu  einem  zweiten  Kreuzzug
vor.  Denn  schon  war  die  neugegründete  Christenmacht  im  Morgenlande,  und  Jerusalem
selbst  von  den  Sarazenen  bedroht.  Ludwig  VII.  von  Frankreich  hatte,  um  sein  schuldbeladenes
  Gewissen  zu  erleichtern,  einen  neuen  Kreuzzug  angeordnet,  und  im  Auftrag
des  Papstes  rief  nun  Bernhard  von  Clairvaux,  gewaltig  durch  Beredsamkeit  durch  innigen
Glauben  und  Gottesliebe,  die  Völker  und  Fürsten  zum  Kreuzzuge  auf.  Wieder,  wie
fünfzig  Jahre  zuvor,  erfaßte  die  von  Frankreich  ausgehende  Bewegung  mehr  denn  eine
Million  Menschen.  Konrad  III.  freilich,  ohnehin  vom  Papste  zu  einer  Romfahrt  gemahnt,
zeigte  wenig  Lust  zu  der  fernen  Unternehmung,  bis  es  der  feurigen  Beredsamkeit,  Bernhards
  gelang  (1147)  auch  ihn  zur  Teilnahme  zu  bewegen.  Viele  Fürsten  waren  in  seinem
Gefolge,  unter  anderem  auch  sein  junger  Neffe  Friedrich  und  sein  früherer  Gegner  Welf.
Allein  die  Kreuzfahrt  hatte  keinen  Erfolg  und  nach  seiner  Rückkehr  wurde  Konrad  in