150  Die  Hohenstaufen  in  Beutschland.

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war  es  damals.  Er  zog  mit  dem  geringen  Rest  seiner  Macht  nach  Pavia,  und  sprach
über  alle  lombardischen  Städte,  die  sich  gegen  ihn  verschworen  hatten,  mit  Ausnahme
von  Lodi  und  Kremona  die  Acht  aus.  Dann  machte  er  an  der  Spitze  der  Bürgerschaft
von  Pavia  und  der  wenigen  Deutschen,  die  ihm  noch  geblieben  waren,  Streifzüge  gegen
die  anderen  Städte,  besonders  gegen  das  neu  erbaute  und  aufblühende  Mailand.  Um  ihn
daran  zu  hindern  und  Pavia  zu  verderben,  bauten  seine  Feinde  zwischen  Asti  und  Pavia
eine  neue  Stadt,  die  sie  Alessandria  nannten.  Endlich  war  die  Zahl  und  Uebermacht
der  Feinde  zu  groß,  Friedrich  mußte  nach  Deutschland  zurück.  Er  bahnte  sich  unter
großen  Schwierigkeiten  einen  Weg  über  die  Alpen,  in  Susa  verschworen  sich  die  Bürger
gegen  ihn  und  umzingelten  seinen  Palast.  Friedrich  entging  dem  Tode  nur  dadurch,
daß  er  Hermann  von  Siebeneichen  in  seinen  Waffen  erscheinen  und  für  sich  ausgeben
ließ  (1168).

Nachdem  Friedrich  in  Deutschland  seinen  Sohn  Heinrich  VI.  hatte  zum  Nachfolger
wählen  und  seinen  andern  Söhnen  beträchtliche  Besitzungen  hatte  zukommen  lassen,
zog  er  abermals  nach  Italien,  eroberte  Susa,  brannte  es  nieder  und  lagerte  sich  in  der
feuchten  Ebene  von  Alessandria,  wo  ihm  die  feindlichen  Städte  die  Zufuhr  abschneiden
konnten,  und  wo  ihm  die  feuchte  Luft  verderblich  werden  mußte.  Sieben  Monate  lag
er  vor  der  Stadt,  mußte  aber  endlich  die  Belagerung  aufgeben.  Er  wartete  auf  Zuzug
von  Deutschland,  namentlich  Norddeutschland,  da  besonders  Heinrich  der  Löwe,  dessen
Nachbarn  aufs  höchste  gegen  ihn  erbittert  waren,  weil  er  ein  geiziger  und  unzuverlässiger
Mann  war,  alle  Ursache  hatte,  sich  den  Kaiser  befreundet  zu  erhalten.  Unglücklicherweise
wollte  aber  gerade  damals  Heinrich  die  Stadt  Goslar  an  sich  reißen,  und  Friedrich  versagte
  seine  Eiwilligung  dazu,  Heinrich  verweigerte  ihm  deshalb  seine  Hilfe  in  der
Lombardei.

Bei  einer  Zusammenkunft  in  Chiavenna  bot  Friedrich  alles  auf,  um  ihn  zufrieden
zu  stellen  und  zu  gewinnen,  ja  er  warf  sich  zuletzt  sogar  vor  ihm  auf  die  Kniee.  Alles
war  vergeblich,  beide  trennten  sich  und  blieben  auf  immer  entzweit.  Bei  Legnano
kam  es  am  30.  Mai  1176  zur  Schlacht;  die  Lombarden  erlitten  zwar  anfangs  eine  völlige
Niederlage  und  ergriffen  die  Flucht,  selbst  die  aus  300  edlen  Mailändern  bestehende
Todesschar  wich  zurück,  nur  derjenige  Teil  der  Mailänder  Bürger  zu  Fuß,  der  den
Fahnenkarren  verteidigte  und  sich  eidlich  verpflichtet  hatte,  diesen  zu  retten  oder  neben
ihm  zu  sterben,  leisteten  den  Deutschen  noch  Widerstand,  als  die  ganze  Macht  von
Brescia,  die  man  als  Rückhalt  aufgestellt  hatte,  hervorbrach  und  das  Treffen  wiederherstellte.
  Jetzt  wendete  sich  das  Glück,  die  Deutschen  wurden  von  einander  getrennt  und
mit  großem  Verlust  geschlagen.  Ihr  ganzes  Gepäck  fiel  dem  Feinde  in  die  Hände  und
der  Kaiser  verlor  nicht  nur  seine  Lanze  und  seinen  Schild,  sondern  er  geriet  auch  in
Lebensgefahr.  Er  wurde  mehrere  Tage  vermißt  und  seine  Gemahlin  hatte  bereits  Trauer
um  ihn  angelegt,  als  er  wieder  in  Pavia  erschien.  Er  mußte  nun  den  JItalienern  einen
Waffenstillstand  gewähren,  den  der  mit  dem  Kaiser  ausgesöhnte  Papst  Alexander  III.
zu  Venedig  vermittelte.  Dieser  wurde  dann  zu  Konstanz  1183  in  einen  Frieden  verwandelt,
  in  welchem  den  lombardischen  Städte  viele  Freiheiten,  namentlich  das  Recht,
ihre  Fürsten  zu  wählen,  und  innerhalb  ihrer  Mauern  sich  selbst  zu  verwalten,  eingeräumt
  wurden.

So  lange  Friedrich  mit  Italien  beschäftigt  war  und  dort  festgehalten  wurde,  verfolgte
  Heinrich  der  Löwe  seine  herrschsüchtigen  Pläne  im  Norden  des  Reichs.  Er  suchte