———  ————

#  Deutschland  nack
dem  Interregnum.

—  —  —  —  —

**
*  —  ES—  IVC  „#

G([  J([

J
*

Ersusss

—

3

Rudolf  von  Habsburg  1273—  1291.

Kach  Richards  Tod  schlug  Erzbischof  Werner  von  Mainz  den  Grafen  Rudolf  von
Habsburg  zum  Kaiser  vor.  Dieser  hatte  den  Erzbischof  einst  auf  einer  Reise
nach  Rom,  sowie  bei  der  Rückkehr  von  dort  über  die  Alpen  geleitet,  und  der
Erzbischof  hielt  sich  dafür  zu  lebenslänglichem  Danke  verpflichtet.  Auch  Rudolfs  Vetter,
der  Burggraf  zu  Nürnberg,  Friedrich  von  Hohenzollern,  war  sehr  tätig  für  dessen  Erwählung.
  Auf  mehrere  der  Wahlfürsten  hatte  auch  der  Umstand  Einfluß,  daß  Rudolf
sechs  Töchter  hatte,  was  mehreren  derselben  die  Aussicht  bot,  mit  dem  vorgeschlagenen
Kaiser  in  verwandtschaftliche  Beziehungen  zu  treten.  Rudolf  hatte  ferner,  was  bei  der
herrschenden  Eifersucht  auf  die  Städte  nicht  unwichtig  war,  seither  in  seinen  heimatlichen
Gegenden  die  Kriege  der  Ritterschaft  gegen  die  Städte  geführt,  wiewohl  er  mitunter
auch  manchmal  diesen  in  ihren  Fehden  behilflich  gewesen  war.  Uebrigens  war  er  keiner
der  unbedeutenden  Herren  des  Reichs.  Er  hatte  nicht  nur  die  Grasschaften  Habsburg,
Kyburg  und  Lenzburg  geerbt,  sondern  er  besaß  auch  viele  andere  Herrschaften  in  der
Schweiz,  in  Schwaben  und  Elsaß,  Uri,  Schwyz  und  Unterwalden  hatten  ihn  als  ihren
Schutzvogt  angenommen,  Zürich  und  Freiburg  dienten  unter  seiner  Anführung,  er  war
der  Schutzherr  vieler  Klöster,  Stifte  und  Bistümer.  Er  war  gerade  auf  einem  der
Kriegszüge,  die  er  oft  im  Solde  anderer  unternahm,  und  mit  der  Belagerung  von  Basel
beschäftigt,  als  er  die  Nachricht  erhielt,  daß  er  am  29.  September  1273  zum  deutschen
König  gewählt  worden  sei.  Schon  im  Oktober  wurde  er  in  Aachen  feierlich  gekrönt,
und  vermählte  bei  dieser  Gelegenheit  zwei  seiner  Töchter,  die  eine  mit  dem  Herzog
Ludwig  von  Bayern,  und  die  andere  mit  dem  Herzog  Albrecht  von  Sachsen.

Rudolf  stellte  mit  viel  Klugheit  und  Kraft  Ruhe  und  Ordnung  im  Reiche  wieder
her.  Namentlich  bändigte  er  die  vielen  Raubritter,  die  alle  Straßen  und  Wege  unsicher
machten,  und  zerstörte  ihre  Burgen.