178  Deutschland  nach  dem  Interregnum.

Gelegenheit,  sich  im  Notfalle  Unterstützung  und  Geld  zu  verschaffen,  obgleich  sonst  nicht
zu  leugnen  ist,  daß  er  sich  gleich  seinem  Vorgänger  durch  ritterlichen  Sinn,  durch  Tapferkeit
  und  durch  große  Körperstärke  auszeichnete.  Er  konnte  nicht  einmal  den  Frankfurter
Bürgern  die  Summe  bezahlen,  die  sie  ihm  zur  Bestreitung  der  bei  seiner  Erwählung  gemachten
  Kosten  vorgestreckt  hatten,  und  mußte  sich  dazu  erst  von  dem  Mainzer  Erzbischof
Geld  verschaffen.  Seine  Bemühungen,  sich  wie  Rudolf  ein  Erbland  zu  verschaffen,

Die  Belagerung  von  Stuttgart  durch  Kaiser  Rudolf  von  Habsburg  unter  Graf  Eberhard  dem
Erlauchten  von  Württemberg.

scheiterten,  denn  die  deutschen  Stände,  welche  nicht  erwartet  hatten,  daß  ein  so  kleiner
armer  Fürst  mit  solcher  Kraft  auftreten  würde,  ergriffen  diese  Gelegenheit,  um  das
Reich  zur  Empörung  gegen  ihn  aufzureizen.  Um  Geld  zu  bekommen,  versprach  er  dem
König  Eduard  I.  von  England  Hilfe  gegen  Philipp  den  Schönen  von  Frankreich  für  eine
beträchtliche  Summe.  Zu  der  Hilfe  kam  es  nicht,  weil  der  Streit  für  den  Augenblick
beigelegt  wurde,  das  Geld  aber  wollte  Adolf  verwenden,  um  sich  ein  Land  zu  kaufen.
Albrecht  der  Unartige  verkaufte  die  Erbländer  seiner  Söhne  erster  Ehe  dem  Kaiser  Adolf.