Heiurich  VII.  183

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Peinrich  VII.  1308  —  1313.

Die  Gefahr,  daß  nach  Albrechts  Tode  Deutschland  in  neue  Verwicklungen  gestürzt
würde,  lag  nahe.  Allein  es  gelang  den  einmütigen  Vorgehen  der  geistlichen  Kurfürsten,
diese  Gefahr  abzuwenden,  indem  sie  auf  dem  Wahltage  zu  Frankfurt  1308  dem  von  ihnen
in  Vorschlag  gebrachten  Grafen  Heinrich  von  Luxemburg  die  Stimmen  sämtlicher
Fürsten  zu  verschaffen  wußten.

Nachdem  Heinrich  VII.,  ein  tapferer  Fürst  von  ritterlichem  Sinn,  auf  dem  Reichstag
zu  Speier  über  die  Mörder  seines  Vorgängers  die  Acht  ausgesprochen  hatte,  und  Albrechts
Leiche  in  der  dortigen  Kaisergruft  neben  der  seines  Gegners  Adolf  hatte  feierlich  beisetzen
lassen,  stellte  er  den  Schweizer  Waldstätten,  die  gerade  damals  um  ihre  Unabhängigkeit
rangen,  eine  urkundliche  Bestätigung  ihrer  Reichsunmittelbarkeit  aus.  Hierauf  bewog  er
die  Söhne  Albrechts,  ihren  Ansprüchen  auf  Böhmen  zu  entsagen,  indem  er  die  Bestätigung
ihrer  österreichischen  Lehen  von  dieser  Verzichtleistung  abhängig  machte.  Bald  darauf
brachte  er  Böhmen  an  sein  eigenes  Haus,  indem  er  die  böhmische  Prinzessin  Elisabeth,
Wenzel  III.  Schwester,  die  von  ihrem  Schwager  Heinrich  von  Kärnten  gefangen  genommen,
durch  dessen  Gegner  befreit  und  an  das  kaiserliche  Hoflager  gebracht  worden  war,  mit
seinem  vierzehnjährigen  Sohn  Johann  vermählte  und  Heinrich  von  Kärnten  durch  das
Fürstengericht  des  Thrones  für  verlustig  erklären  ließ.

Beseelt  von  dem  Wunsche,  auch  in  Italien  die  kaiserliche  Herrschaft  herzustellen,
zog  Heinrich  im  Jahre  1310  über  die  Alpen,  und  stellte  sich,  nachdem  er  vergeblich  versucht
  hatte,  den  Frieden  unter  den  heftig  streitenden  Parteien  zu  vermitteln,  an  die
Spitze  der  Ghibellinen.  Am  29.  Juni  1312  empfing  er  zu  Rom  die  Kaiserkrone,  und
zog  nun  gegen  den  König  Robert  von  Neapel,  der  an  der  Spitze  der  Welfen  stand;  er
starb  jedoch  auf  dem  Wege  am  24.  August  1313  zu  Buonconvento  an  einer  heftigen

Fieberkrankheit,  zu  welcher  schon  in  dem  ungesunden  Klima  in  Brescia  der  Keim  gelegt
worden  war.

Lliudoeig  der  Baoyer  1313—  1347.

Nach  Heinrichs  Tod  wurde  von  der  einen  Partei  Ludwig  der  Bayer,  von  der
anderen  Friedrich  der  Schöne  von  Oesterreich,  Albrechts  ältester  Sohn,  zugleich
gewählt.  Ein  neuer  Krieg  brach  nun  in  Deutschland  aus,  alles  teilte  sich  in  heftigem
Zwiespalt.  Die  Städte,  besonders  die  in  Schwaben  und  Elsaß,  waren  für  Ludwig  und
auch  die  Schweizer,  wie  es  sich  erwarten  ließ;  der  Adel  dagegen  stand  zum  größten  Teil
auf  Friedrichs  Seite.  Auch  hatte  dieser  eine  große  Hilfe  an  seinem  Bruder,  den  Herzog
Leopold.  In  Deutschland  dauerte  der  Streit  zwischen  Friedrich  und  Ludwig  fort,  viele
Gegenden  wurden  mit  Feuer  und  Schwert  verwüstet,  bis  im  Jahre  1322  bei  Mühldorf
oder  Ampfing  im  Salzburgischen  ein  entscheidendes  Treffen  erfolgte,  das  mit  einer  völligen
Niederlage  Friedrichs  endigte.

Ludwig  war  nun  alleiniger  Herr  in  Deutschland;  allein  Friedrichs  Bruder  Leopold
und  andere  Fürsten  setzten  den  Krieg  gegen  ihn  fort,  und  Papst  Johann  XIII.  tat  ihn